
Woher das „360°“ kommt
„360 Grad“ bedeutet, dass die Marke den Kunden von allen Seiten umgibt: Er sieht sie im Fernsehen und auf dem Smartphone, auf der Plakatwand an der Straße, im Regal im Geschäft, am Messestand und auf dem Lieferwagen. Eine 360°-Agentur soll dafür sorgen, dass die Marke überall dasselbe sagt, in derselben Sprache und in denselben Farben.
In der Branche ist der Begriff stark abgenutzt. „Full Service“ steht auf den Websites großer Netzwerkagenturen mit Strategie-, Media- und Produktionsabteilung ebenso wie bei kleinen Teams, die in der Praxis Grafik und Social Media machen und den Rest bei Bedarf organisieren. Beide Formen können gut funktionieren – Sie müssen nur wissen, mit welcher Sie es zu tun haben.
Was zu einem vollen Service gehören sollte
- Strategie – Markt- und Wettbewerbsanalyse, Zielgruppe, Botschaft, Auswahl von Kanälen und Budget.
- Kreation – Kampagnenkonzept, Slogan, Key Visual, Drehbücher für Spots.
- Gestaltung und DTP – Adaptionen des Key Visuals auf Dutzende Formate: vom Post bis zum Fassadenbanner.
- Media – Planung und Einkauf von Werbung in TV, Radio, Print, Außenwerbung und Internet.
- Digital – Kampagnen in Suchmaschinen und Social Media, Websites und Landingpages, Content.
- PR – Pressearbeit, Pressemitteilungen, Veranstaltungen für Journalisten.
- BTL und Events – Aktionen im Handel, Messen, Konferenzen, Firmenveranstaltungen.
- Produktion – Druck, Außenwerbung, Beschilderung, POS-Material, Werbeartikel, Messestände.
- Reporting – was funktioniert hat, was es gekostet hat, was sich ändern sollte.
Der klassischen Werbeagentur haben wir einen eigenen Beitrag gewidmet: Was macht eine Werbeagentur.

Für und Wider einer 360°-Agentur
Dafür spricht:
- ein Ansprechpartner und ein Vertrag statt mehrerer Dienstleister,
- eine einheitliche Botschaft in allen Kanälen, weil die Entwürfe aus einer Hand kommen,
- Zeitersparnis beim Kunden – Sie müssen sich weder mit Media noch mit Druck oder Montage auskennen,
- leichterer Vergleich der Kanäle in einem gemeinsamen Report.
Dagegen spricht:
- Koordinationskosten: Sie bezahlen Kundenberatung und Projektmanagement, auf externe Produktion kommt oft ein Aufschlag,
- bei kleinen Aufträgen ist das überdimensioniert – ein Firmenschild braucht keine 360°-Strategie,
- das Risiko, dass manche Leistungen „nebenbei“ und schwächer als beim Spezialisten erbracht werden,
- weniger Preistransparenz, wenn die Agentur Eigenleistung und Fremdkosten nicht getrennt ausweist.
Am meisten profitieren Unternehmen, die regelmäßig Kampagnen in vielen Kanälen und an vielen Standorten fahren. Ein kleines lokales Unternehmen ist oft mit zwei oder drei Dienstleistern besser bedient, die zu konkreten Aufgaben passen.
Immer häufiger gibt es auch ein Mischmodell: Die Agentur verantwortet Strategie, Kreation und Digital, die Produktion der Werbemittel bestellt das Unternehmen selbst bei einem bewährten Hersteller. Der Kunde behält die Kontrolle über die Produktionskosten, und die Agentur muss sich nicht um Logistik und Montage kümmern.
- 01Briefing
Beschreibung, Maße, Fotos vom Standort und Termin — ein paar Sätze genügen.
- 02Entwurf und Angebot
Unsere Grafiker erstellen Entwurf oder Visualisierung, Sie erhalten den Preis.
- 03Freigabe
Sie geben den Entwurf frei; bei Hausfarben gibt es einen Proof.
- 04Produktion
35+ Maschinen im eigenen Werk in Polen: UV-Druck 3,2 m, CNC, Laser, 3D, Näherei.
- 05Montage oder Versand
Eigene Teams und Fahrzeuge in ganz Europa, Partnernetz, Kuriere weltweit.
Sieben Fragen, die zeigen, ob es wirklich Full Service ist
- Welche Leistungen erbringen Sie mit dem eigenen Team? Die Liste sollte konkret sein: Strategie, Kreation, Studio, Digital – nicht „alles“.
- Mit wem arbeiten Sie in der Produktion zusammen? Namen muss die Agentur nicht nennen, sie sollte aber wissen, wer druckt, wer montiert und welche Erfahrung diese Partner haben.
- Wer haftet für Fehler eines Dienstleisters? Die richtige Antwort: die Agentur, gegenüber dem Kunden.
- Wie sieht das Angebot aus? Gut ist, wenn Agenturleistung und Fremdkosten getrennt ausgewiesen sind.
- Können Sie eine Kampagne zeigen, die Sie komplett umgesetzt haben? Vom Konzept bis zu den Montagefotos.
- Wie berichten Sie über Ergebnisse? Im Digitalbereich mit konkreten Zahlen, offline zumindest mit Fotos der Umsetzung und Zahl der Standorte.
- Wer betreut mich im Alltag? Und bleibt diese Person bis zum Projektende?
Eine Agentur, die diese Fragen gelassen beantwortet, ist meist das, als was sie sich ausgibt.
Full Service in der Werbeproduktion – hier kommen wir ins Spiel
360°-Agenturen brauchen einen Produzenten, der den gesamten physischen Teil der Kampagne übernimmt. Genau das machen wir: Gestaltung und Druckvorstufe, Groß- und Kleinformatdruck, Lichtwerbung, 3D-Buchstaben, Beschilderung, POS-Material, Messebau und am Ende Montage und Logistik. Wie so ein Projekt vom Briefing bis zur Montage abläuft, zeigen wir in einem eigenen Ratgeber Schritt für Schritt.
Bei Kampagnen für Filialnetze stellen wir Kampagnensets für jeden Standort zusammen (Konfektionierung ca. 3,30 € netto pro Standort), versenden sie an viele Adressen (ca. 2,80 € netto pro Standort) und können wechselnde Grafiken bei uns einlagern. Für Agenturen arbeiten wir als White Label: neutrale Verpackung, Montageteams ohne Kennzeichnung von Wielka Reklama, die im Namen der Agentur auftreten. Wie das funktioniert, beschreiben wir im Beitrag White Label in der Werbung.
