
Woher White Label kommt und worum es geht
Der Begriff stammt aus dem Handel: Ein Produkt mit „weißem Etikett“ stellt ein Unternehmen her, ein anderes verkauft es unter eigener Marke. In der Werbung funktioniert das genauso. Die Agentur hat den Kunden, das Konzept, den Entwurf und die Beziehung. Der Hersteller hat Maschinen, Materialien, Näherei, Montageteams und Hubsteiger. Statt einen eigenen Maschinenpark aufzubauen, vergibt die Agentur die Produktion – aber so, dass der Endkunde keinen Kontakt zum Hersteller hat und dessen Namen nicht sieht.
Das ist keine gewöhnliche Fremdfertigung. Bei der Fremdfertigung liefert die Druckerei der Agentur das fertige Produkt, und die Agentur versendet und montiert selbst. Bei White Label übernimmt der Hersteller auch Logistik und Montage, tritt aber „als Agentur“ auf: ohne eigene Aufkleber auf den Paketen, ohne Firmenjacken des Teams, ohne Flyer im Karton.
Wie sich die Rollen zwischen Agentur, Druckerei und Hersteller aufteilen, beschreiben wir im Ratgeber Agentur, Druckerei oder Hersteller – wer für welchen Auftrag.
So läuft ein White-Label-Auftrag bei uns – Schritt für Schritt
- Briefing der Agentur. Wir erhalten Spezifikation, Dateien oder einen Entwurf zur Adaption, die Liste der Standorte und den Termin. Der Kontakt läuft ausschließlich über die Agentur.
- Angebot und Materialwahl. Wir schlagen Material und Verfahren vor und erstellen bei Bedarf eine Montagevisualisierung zur Präsentation beim Endkunden (ca. 75 € netto) oder einen Farbandruck.
- Produktion. UV-Druck und Sublimation, Zuschnitt, Fräsen, Nähen, Konfektion – alles im eigenen Werk in Wielun, standardmäßig in ca. 3 Arbeitstagen.
- Neutrale Verpackung. Ohne unser Logo, ohne Flyer, mit dem Adressetikett der Agentur oder des Zielstandorts. Für B2B-Partner im Preis enthalten.
- Versand oder Montage. Kurier an eine Adresse oder Mehrpunktversand an viele Standorte. Die Montage übernehmen unsere qualifizierten Teams ohne Kennzeichnung von Wielka Reklama und stellen sich im Namen der Agentur vor.
- Bericht. Bei Rollouts in Filialnetzen dokumentieren wir die Montage an jedem Standort mit Fotos, die die Agentur als eigene weitergibt.

Was die Agentur gewinnt und woran sie denken muss
Die Vorteile liegen auf der Hand:
- ein Hersteller statt mehrerer: Großformatdruck, Platten, Textilien, Lichtwerbung, POS, Montage,
- keine Investition in Maschinen und Lager – die Agentur verdient an Konzept und Kundenbetreuung,
- Skalierbarkeit: Eine Kampagne für 5 und für 150 Standorte läuft nach demselben Ablauf,
- die Kundenbeziehung bleibt in den Händen der Agentur.
Woran Sie denken sollten:
- Die Verantwortung gegenüber dem Endkunden trägt die Agentur. Deshalb legen wir vor dem Start fest, wer Dateien, Farben und Termin freigibt, und halten uns daran.
- Den Termin gleich nennen. Oft schaffen wir es ohne Express, wenn wir früh Bescheid wissen. Express ist möglich, kostet aber im Schnitt ca. 40 % des Druckwerts mehr.
- Zugang zum Objekt und Genehmigungen – Zutritt zum Einkaufszentrum, Zeiten für Nachtmontagen, Anmeldungen beim Centermanagement – regelt meist die Agentur oder ihr Kunde. Wir brauchen die Kontaktdaten vor Ort.
Checkliste vor dem ersten Auftrag
| Bereich | Zu klärende Frage |
|---|---|
| Kennzeichnung | Sollen Pakete, Frachtpapiere und Arbeitskleidung des Teams komplett neutral sein oder das Logo der Agentur tragen? |
| Absender der Sendungen | Welche Absenderdaten soll der Empfänger sehen: die der Agentur oder neutrale? |
| Kontakt vor Ort | Wie soll sich das Team vorstellen, und wen ruft es bei Problemen im Objekt an? |
| Freigaben | Wer gibt Datei, Proof und Visualisierung frei: die Agentur selbst oder der Kunde über die Agentur? |
| Vertraulichkeit | Ist vor der Übergabe der Entwürfe eine Geheimhaltungsvereinbarung nötig? |
| Dokumentation | Braucht die Agentur Montagefotos, ein Abnahmeprotokoll, einen Rollout-Bericht? |
| Lager | Lagern wir wechselnde Grafiken ein und versenden sie auf Abruf? |
Diese Punkte klären wir einmal, zu Beginn der Zusammenarbeit, und sie gelten dann für alle weiteren Aufträge. Partnerkonditionen für Agenturen vereinbaren wir individuell – sie hängen von Umfang und Art der Aufträge ab. Informationen zur Zusammenarbeit finden Sie auf der Seite für Werbeagenturen.
White Label in der Praxis: Beispielaufträge
Einige Auftragsarten, die am häufigsten auf diesem Weg zu uns kommen:
- Kampagne in einer Filialkette. POS-Sets und Schaufenstergrafiken für Dutzende Standorte, für jede Filiale einzeln konfektioniert und in neutralen Paketen versandt oder nachts montiert. Siehe Rollout im Filialnetz mit Bericht.
- Gebäudebeschilderung. Die Agentur entwirft das Leitsystem für ein Bürogebäude oder Hotel, wir produzieren Tafeln, Buchstaben und Leuchtkästen und montieren sie.
- Events und Messen. Textilwände, Roll-ups, Theken und Zelte, unter der Marke der Agentur an den Einsatzort geliefert.
- Druck für andere Druckereien. Druckereien ohne UV-Maschine oder ohne 3,2 m Breite lassen bei uns drucken, schweißen, ösen oder laminieren, auch auf beigestelltem Material, und erhalten die fertigen Teile ohne unsere Kennzeichnung.
Gemeinsam ist allen: Der Endkunde bekommt das Produkt und sieht nicht die Kette dahinter. So soll es sein.
