
Drei Begriffe, die oft verwechselt werden
| Begriff | Was es ist | Wie es in der Praxis aussieht |
|---|---|---|
| Logo | grafisches Zeichen des Unternehmens: Bildmarke, Wortmarke oder beides | eine Datei mit Name und Symbol, die auf Firmenschild und Visitenkarte kommt |
| Corporate Design | das visuelle System rund um das Logo | Farben, Schriften, Layout der Werbemittel, Beschilderung, Fahrzeuge, Kleidung |
| Branding | Aufbau des gesamten Markenimages | Name, Kundenversprechen, Tonalität, Art des Service plus die visuelle Ebene |
| Designmanual | Dokument mit Regeln für Logo und Corporate Design | ein PDF mit einigen bis einigen Dutzend Seiten für jeden Dienstleister |
Ganz einfach: Das Logo ist die Unterschrift, das Corporate Design die Art sich zu kleiden, das Branding der Charakter. Man kann ein hervorragendes Logo und ein blasses Image haben – und umgekehrt sind Firmen mit sehr einfachem Zeichen oft bekannt, weil sie über Jahre konsequent alles gleich machen.
Was ein Designmanual enthält
Ein Designmanual (oft auch Brand Book oder Styleguide genannt) muss kein dicker Band sein. In einem kleinen Unternehmen reichen einige Seiten, solange sie konkret sind. Typischer Inhalt:
- Aufbau des Zeichens – woraus das Logo besteht, Proportionen von Bildmarke zu Schriftzug.
- Logovarianten – Grundversion, quer und hoch, einfarbig, unbunt (schwarz, weiß), negativ für dunklen Hintergrund.
- Schutzzone – wie viel Freiraum um das Logo bleiben muss, damit nichts hineinragt.
- Mindestgröße – unter welcher Breite das Logo unlesbar wird (wichtig bei Kugelschreibern, Stempeln, Lanyards).
- Farben – Hausfarben in mehreren Systemen: Pantone für den Druck, CMYK, RGB und HEX für den Bildschirm, RAL für lackierte Elemente, manchmal die Foliennummer.
- Typografie – Schrift für Überschriften und Fließtext.
- Unzulässige Verwendungen – Verzerren, Umfärben, Schatten, Logo auf zu unruhigem Hintergrund.
- Anwendungsbeispiele – Visitenkarte, Briefpapier, Firmenschild, Fahrzeug, Kleidung, Website.
Bei größeren Unternehmen kommen Präsentationsvorlagen, Bildsprache, Icons und Tonalität hinzu.

Was die Druckerei aus dem Designmanual braucht
Aus Sicht der Produktion sind nicht alle Seiten des Manuals gleich wichtig. Schickt uns ein Kunde Unterlagen für Firmenschild, Banner oder Fahrzeugbeschriftung, prüfen wir vor allem:
- Logo als Vektor. AI, EPS, SVG oder PDF mit in Pfade umgewandeltem Text. Ohne Vektor schneiden wir keine Buchstaben aus Folie, fräsen keine 3D-Buchstaben und vergrößern das Logo nicht ohne Schärfeverlust auf Bannergröße. Mehr im Ratgeber Logo als Vektordatei.
- Farben mit Nummern. Nennt das Manual Pantone, CMYK und RAL, stimmen wir die Farbe auf das konkrete Material ab. Steht dort nur „unser Blau“, raten wir – und das vermeiden wir lieber.
- Negativ- und Einfarbversion. Beim beleuchteten Leuchtkasten, bei der Lasergravur oder bei Buchstaben aus einer einzigen Folie funktioniert die farbige Version mit Verlauf nicht.
- Mindestgröße und Schutzzone. So wissen wir, ob das Logo auf dem Lanyard oder am Fuß eines Wobblers noch lesbar ist.
Ist Ihnen die Hausfarbe sehr wichtig, machen Sie vor einer großen Bestellung einen Probedruck auf dem Zielmaterial (A3 ca. 13 € netto) oder einen Kontraktproof (ca. 38 € netto).
- 01Briefing
Beschreibung, Maße, Fotos vom Standort und Termin — ein paar Sätze genügen.
- 02Entwurf und Angebot
Unsere Grafiker erstellen Entwurf oder Visualisierung, Sie erhalten den Preis.
- 03Freigabe
Sie geben den Entwurf frei; bei Hausfarben gibt es einen Proof.
- 04Produktion
35+ Maschinen im eigenen Werk in Polen: UV-Druck 3,2 m, CNC, Laser, 3D, Näherei.
- 05Montage oder Versand
Eigene Teams und Fahrzeuge in ganz Europa, Partnernetz, Kuriere weltweit.
Wer Logo und Manual gestaltet und wer sie auf Werbeträger überträgt
Logo und Designmanual gestaltet ein Grafiker – bei uns sind das ausgebildete Designer aus unserem Studio, das Zeichen entsteht also von Anfang an mit Blick darauf, wie es auf Firmenschild, Fahrzeug und Druck wirkt. Bei großen Branding-Projekten beginnt eine Agentur mit der Strategie: Wer ist der Kunde, wodurch soll sich das Unternehmen abheben, wie soll es heißen – und leitet erst daraus das Zeichen ab. Bei kleinen Unternehmen genügen oft ein guter Grafiker und ein Gespräch darüber, was das Unternehmen macht und wen es anspricht.
Unser Grafikstudio arbeitet an der Schnittstelle von Entwurf und Produktion: Es vektorisiert Logos aus Rasterdateien (ca. 26 € netto), passt fertige Entwürfe an weitere Formate an (ca. 13 € netto pro Format), erstellt Geschäftsausstattung und Werbung nach Designmanual und rechnet bei komplexen Projekten ca. 35 € netto pro Stunde Studioarbeit ab. Wir wissen auch, wie sich ein Logo im echten Material verhält: hinterleuchtet, auf Meshbanner, auf dem T-Shirt, als Gravur – und weisen darauf hin, bevor etwas in die Produktion geht. Details: Grafikdesign und DTP.
Gut am Bildschirm, schwierig in der Produktion
Immer öfter bekommen wir Logos, die nur für das Smartphone-Display entworfen wurden. Auf Instagram sehen sie großartig aus, in der Produktion machen sie Probleme. Worauf Sie achten sollten, bevor Sie einen Logoentwurf freigeben:
- Verläufe und Schatten. Drucken lassen sie sich, aber man kann sie nicht aus Folie schneiden, nicht sticken und keine 3D-Buchstaben daraus machen. Sie brauchen eine flache Version.
- Sehr dünne Linien. Auf der Visitenkarte verschwinden sie, bei räumlichen Buchstaben sind sie nicht umsetzbar oder zerbrechlich.
- Neonfarben vom Bildschirm. Grelles Grün oder Pink in RGB hat keine Entsprechung im CMYK-Druck – der Druck wird immer gedeckter.
- Langer Name mit Slogan in einer Zeile. Auf dem Firmenschild über einem schmalen Eingang wird daraus ein Streifen mit wenigen Zentimeter hohen Buchstaben.
Ein guter Designer zeigt das Logo in mehreren Anwendungen – auf Firmenschild, Fahrzeug, Kugelschreiber –, bevor er die Dateien übergibt. Fragen Sie danach.
