
Warum dieselbe Farbe unterschiedlich ausfällt
Ein Kunde bringt einen Flyer, auf dem das Logo „stimmt“, und ein Banner, auf dem es „zu dunkel“ ist. Beide Drucke können technisch korrekt sein. Mehrere Dinge beeinflussen die Farbe gleichzeitig:
- Bildschirm und Druck. Der Monitor erzeugt Farbe aus Licht (RGB), der Drucker aus Tinte auf dem Material (CMYK). Manche grellen Bildschirmfarben gibt es im Druck schlicht nicht – mehr dazu im Ratgeber CMYK oder RGB.
- Material. Dieselbe Datei ergibt auf mattem Banner, glänzender Folie und Bilderdruckpapier drei Farbtöne. Struktur und Weiße des Materials verändern die Farbwirkung.
- Licht. Backlit-Folie im Leuchtkasten wird gegen LED-Licht betrachtet, deshalb drucken wir sie mit einer Korrektur für die Hinterleuchtung. Bei Tag und bei Nacht wirkt derselbe Leuchtkasten anders.
- Technologie. UV-Druck auf Stoff und Sublimation erzeugen eine unterschiedliche Farbtiefe; Sublimation dringt in die Faser ein und liefert auf Fahnen und Messewänden sattere Farben.
- Farben außerhalb des CMYK-Farbraums. Intensives Orange, grelles Grün, manche Blautöne und vor allem Gold, Silber und Neonfarben. Diese Pantone-Farben lassen sich in CMYK nur annähern.
Pantone, CMYK, RAL – was Sie der Druckerei nennen
| Farbsystem | Wofür es hilft | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|
| Pantone (C – gestrichen, U – ungestrichen) | Logo auf Bannern, Folie, Textilien, Drucksachen | Pantone C und U derselben Nummer sehen verschieden aus; nennen Sie den verwendeten Fächer |
| CMYK (Prozentwerte) | Digital- und Großformatdruck | Werte aus dem Corporate-Design-Handbuch sind am sichersten; automatisch aus RGB umgerechnete sind oft zufällig |
| RAL | lackierte Konstruktionen, Zargen von 3D-Buchstaben, spritzlackierter XPS-Hartschaum | RAL betrifft Lack, nicht Druck – hilfreich bei Leuchtkästen und Buchstaben |
| HEX / RGB | Website, Social Media | für den Druck nur ein Ausgangspunkt, keine Vorlage |
| Physische Vorlage | jedes Produkt | die beste Referenz, wenn sie auf ähnlichem Material gedruckt ist |
Hat Ihr Unternehmen ein Corporate-Design-Handbuch, schicken Sie uns die Seite mit den Farben. Wenn nicht, schicken Sie den besten Druck, mit dem Sie zufrieden sind, und schreiben Sie dazu, dass er die Vorlage ist. Wir vergleichen mit ihm, nicht mit Ihrem Monitor.

Probedruck oder Kontraktproof?
Das sind zwei verschiedene Dinge mit unterschiedlichem Zweck.
Probedruck auf dem Zielmaterial – wir drucken einen Ausschnitt des Designs (Format A3) genau auf dem Material, auf dem produziert wird: Banner, Folie, Alu-Verbundplatte, Stoff, Glas. Er kostet ca. 13 € netto, bei einem Auftrag über 20 m² erstatten wir die Kosten.
- Pro: Sie sehen das echte Ergebnis – Farbe, Struktur, Glanz, Deckkraft.
- Pro: Sie können das Muster am Montageort anhalten, etwa an Schaufenster oder Fassade.
- Contra: Die Produktion verlängert sich um die Zeit für Druck und Zustellung des Musters.
Kontraktproof mit Zertifikat – ein Druck auf zertifiziertem Papier unter kontrollierten Bedingungen, mit einer Farbabweichung bis dE 2. Er kostet ca. 38 € netto.
- Pro: Er ist die Referenz „auf Papier“, mit der die Auflage verglichen wird; gut, wenn mehrere Firmen Materialien drucken und ein gemeinsamer Standard gehalten werden muss.
- Contra: Er zeigt die Farbe auf Papier, nicht auf Banner oder Stoff.
Bei Großformatwerbung raten wir in den meisten Fällen zum Probedruck. Beide Arten beschreiben wir auf der Seite Proben, Prototypen und Proofs. Ein Kontraktproof ist sinnvoll bei Papierdrucksachen, Agenturkampagnen und wenn die Farbe Vertragsbestandteil ist.
- 01Briefing
Beschreibung, Maße, Fotos vom Standort und Termin — ein paar Sätze genügen.
- 02Entwurf und Angebot
Unsere Grafiker erstellen Entwurf oder Visualisierung, Sie erhalten den Preis.
- 03Freigabe
Sie geben den Entwurf frei; bei Hausfarben gibt es einen Proof.
- 04Produktion
35+ Maschinen im eigenen Werk in Polen: UV-Druck 3,2 m, CNC, Laser, 3D, Näherei.
- 05Montage oder Versand
Eigene Teams und Fahrzeuge in ganz Europa, Partnernetz, Kuriere weltweit.
So beurteilen Sie ein Muster
- Bei Tageslicht ansehen, am besten am Fenster, nicht unter warmem Bürolicht.
- Mit der Vorlage vergleichen, nicht mit dem Monitor. Smartphone und Laptop zeigen etwas anderes als Papier.
- Aus dem Abstand betrachten, aus dem Kunden es sehen. Ein Banner am Zaun sieht man aus einigen Metern, nicht aus 30 cm.
- Beim Leuchtkasten mit Hinterleuchtung beurteilen. Backlit-Folie ohne Licht von hinten wirkt blass – das ist so gewollt.
- Schriftlich freigeben. Eine Mail „Ich gebe die Farbe des Musters frei“ genügt. Bewahren Sie das Muster auf – es ist die Referenz für Folgeaufträge.
- 24 hExpressdruck (UV-Tinten müssen nicht trocknen)
- ca. 3 TageStandardlieferzeit
- bis 14 Tagegroße Projekte mit Montage
Zzgl. Versand. Nennen Sie uns Ihren Termin — wir planen die Produktion danach.
Farbe bei Nachdrucken und an vielen Standorten
Die meisten Enttäuschungen bei der Farbe sehen wir nicht beim ersten Auftrag, sondern beim Nachdruck ein halbes Jahr später oder wenn Elemente aus verschiedenen Materialien nebeneinander hängen. Einige Regeln helfen:
- nennen Sie beim Nachdruck die Nummer des vorherigen Auftrags – wir drucken aus derselben Datei auf demselben Material,
- sollen im Geschäft Schaufensterfolie und Banner innen nebeneinander hängen, rechnen Sie mit einem leichten Farbunterschied; ein Probedruck beider Materialien zeigt ihn vor der Produktion,
- drucken Sie eine Kampagne für viele Standorte in einem Durchgang, nicht in mehreren Wellen,
- wechseln Sie mitten in der Kampagne nicht auf ein „günstigeres“ Material, wenn Ihnen identische Farbe wichtig ist.
Hat das Logo eine genau definierte Farbe und soll es auch aus Folie geschnitten werden, lohnt sich eine durchgefärbte Farbfolie statt Druck – diese Farbe bleibt unabhängig von der Druckcharge konstant. Wir wählen sie aus dem Farbfächer des Folienherstellers.
