
DTP und Druckvorstufe – wo der Entwurf endet
Die beiden Begriffe werden oft vermischt, weil manchmal dieselben Leute beides machen. Der Unterschied liegt im Ziel.
DTP ist die Arbeit an Inhalt und Gestaltung: Textsatz, Seitenlayout, Vorbereitung von Katalog, Flyer oder Schild. Der DTP-Grafiker achtet darauf, dass alles ins Format passt, lesbar ist und zum Corporate Design passt. Ergebnis ist ein fertiger Entwurf, meist als PDF.
Druckvorstufe (Prepress) beginnt, wenn der Entwurf freigegeben ist. Am Inhalt ändert niemand mehr etwas – jetzt geht es darum, dass die Maschine genau das druckt, was der Kunde gesehen hat, in der richtigen Größe und Farbe und mit den richtigen Schneidmarken. Das ist ein technischer Schritt, den der Kunde meist nicht sieht, der aber entscheidet, ob der Druck ohne Überraschungen gelingt.
Bei uns erledigt beides das eigene Studio im Haus. Brauchen Sie nur die Gestaltung, sehen Sie sich die Seite Grafikdesign und DTP an; haben Sie eine fertige Datei, geht sie in die Dateiaufbereitung und den Preflight.
Was wir in der Datei prüfen – die Prepress-Checkliste
Jede Datei durchläuft vor der Produktion dieselbe Liste. So sieht sie in der Praxis aus:
- Format und Maßstab. Hat die Datei das Maß des Produkts? Bei großen Formaten nehmen wir oft Dateien im Maßstab 1:10 an – dann ist ein Banner 10 × 2 m ein Dokument mit 100 × 20 cm. Wir prüfen, ob der Maßstab angegeben und stimmig ist.
- Beschnitt und Sicherheitsabstand. Bei Kleinformaten 3 mm Beschnitt an jeder Seite, im Großformat eine Zugabe je nach Konfektion – für Schweißnaht, Hohlsaum oder Umschlag auf den Rahmen.
- Farbmodus. RGB-Dateien konvertieren wir über ein auf das Material abgestimmtes Profil in CMYK. Am meisten leiden dabei knallige Grün-, Blau- und Orangetöne – mehr dazu im Ratgeber CMYK oder RGB.
- Auflösung. Für Drucke, die aus der Nähe betrachtet werden, ca. 300 dpi im Maßstab 1:1, für Banner meist 100–150 dpi, für Großflächenplakate, die man aus Dutzenden Metern sieht, reicht weniger.
- Schriften. Sie müssen im PDF eingebettet oder in Pfade umgewandelt sein. Eine fehlende Schrift wird durch eine völlig andere ersetzt.
- Schwarz. Kleiner Text in reinem Schwarz (100 % K), große schwarze Flächen in „Tiefschwarz“ mit Anteilen anderer Farben – sonst wirken sie grau.
- Gesamtfarbauftrag. Zu viel Tinte an einer Stelle führt zu Verlaufen und Problemen beim Trocknen oder Aushärten.
- Überdrucken (Overprint). Falsch eingestellt, kann es weißen Text „verschlucken“ oder die Farbe eines Elements verändern.
- Weiß und Lack. Beim Druck auf transparentes oder farbiges Material wird Weiß aus einer eigenen Sonderfarbe in der Datei gedruckt. Sie muss benannt und auf Überdrucken gestellt sein.
- Schneidlinien. Die Kontur für Plotter, Fräse oder Laser muss ein Vektor sein, in eigener Farbe, geschlossen und ohne doppelte Pfade.

Was danach passiert: Ausschießen, RIP und Profil
Ist die Datei korrekt, beginnt der Teil, den der Kunde nicht sieht.
Ausschießen, also das Anordnen der Nutzen auf Bogen oder Rolle. Visitenkarten werden zu Dutzenden pro Bogen angeordnet, Aufkleber so, dass möglichst wenig Folie verloren geht, ein Katalog so, dass die Seiten nach dem Falzen und Heften in der richtigen Reihenfolge liegen. Im Großformat teilen wir Grafiken, die breiter als 3,2 m sind, in Bahnen mit Überlappung.
RIP (Raster Image Processor) ist die Software, die das PDF in Tintentropfen für eine bestimmte Maschine umrechnet. Dort wird das Farbprofil des Materials gewählt – auf Banner druckt man anders als auf Backlit-Folie, die für die Hinterleuchtung gesättigt sein muss.
Andruck. Bei kritischen Farben machen wir einen Probedruck A3 auf dem Zielmaterial (ca. 13 € netto, bei Aufträgen über 20 m² erstatten wir die Kosten) oder einen zertifizierten Kontraktproof (ca. 38 € netto). Mehr dazu im Beitrag Hausfarbe im Druck – Pantone, Proof, Andruck.
Was DTP und Dateiaufbereitung kosten
| Leistung | Preis netto | Wann nötig |
|---|---|---|
| Prüfung und technische Korrektur der Datei | im Auftragspreis enthalten | immer, vor jeder Produktion |
| Anpassung der Datei an ein anderes Format | ca. 13 € / Stück | Sie haben ein Roll-up und brauchen ein Banner 3 × 1 m |
| Vektorisierung eines Logos | ca. 26 € / Stück | Logo nur als JPG oder PNG, es soll aber gefräst, geplottet oder als 3D-Buchstaben gefertigt werden |
| Entwurf eines einfachen Banners oder Schilds | ca. 43 € / Stück | bis zu 2 Korrekturrunden |
| Studioarbeit bei komplexen Projekten | ca. 35 € / Std. | Kataloge, Leitsysteme, Adaptionen des Key Visuals |
| Probedruck A3 auf dem Zielmaterial | ca. 13 € / Stück | neue Hausfarbe, ungewöhnliches Material |
| Zertifizierter Kontraktproof | ca. 38 € / Stück | vertraglich geforderte Farbverbindlichkeit |
Kleine technische Korrekturen – Beschnitt aus dem Hintergrund ergänzen, Schriften in Pfade umwandeln, Farben konvertieren – erledigen wir im Rahmen der Prüfung. Kostenpflichtig ist Arbeit, die den Entwurf verändert: Umbau des Layouts auf ein anderes Format, Neuzeichnen des Logos, Satz von Inhalten.
Die häufigsten Dateiprobleme, die wir sehen
Dieselben Fehler wiederholen sich seit Jahren, deshalb sagen wir sie offen:
- Logo aus dem Internet oder aus der E-Mail-Signatur. Es ist 200 Pixel breit und sieht auf einem 3-m-Banner aus wie ein Mosaik. Die Lösung ist eine Vektordatei – das beschreiben wir im Ratgeber Logo als Vektor.
- Entwurf aus einem Online-Editor in RGB, ohne Beschnitt. Er lässt sich retten, die Farben können aber gedeckter ausfallen als am Bildschirm.
- Datei in falschem Maßstab ohne Angabe. Wir bekommen 50 × 20 cm und wissen nicht, ob das Maßstab 1:10 ist oder das Produkt wirklich so klein ist.
- Texte direkt am Bannerrand. Nach dem Verschweißen und Ösen sitzt die Öse mitten im Buchstaben.
- Fotos in niedriger Auflösung im Layoutprogramm platziert. In der Vorschau sehen sie gut aus, weil das Programm nur eine Miniatur zeigt.
Jedes solche Problem melden wir vor dem Druck mit einem Lösungsvorschlag. Wir drucken nicht „wie geliefert“, wenn wir wissen, dass das Ergebnis schwach wird.
