
Warum ein Banner keine 300 dpi braucht
300 dpi stammen aus dem Kleinformatdruck – Flyer, Visitenkarten, Kataloge. Die hält man in der Hand, aus 30 cm Entfernung, und das Auge sieht jedes Detail. Ein Banner am Zaun sieht man aus 3–10 m, eine Plakatwand aus einigen Dutzend Metern. Aus dieser Distanz kann das Auge Punkte nicht unterscheiden, die beim Flyer sichtbar wären.
Deshalb rechnet man die Auflösung im Großformatdruck immer im Maßstab 1:1 und immer bezogen auf den Betrachtungsabstand. Eine Plakatwand-Datei mit 300 dpi hätte Dutzende Gigabyte, und der Druck sähe genauso aus wie aus einer Datei mit 50 dpi.
Wie viel dpi je nach Betrachtungsabstand
| Betrachtungsabstand | Beispiele | Auflösung bei 1:1 |
|---|---|---|
| bis 1 m | Roll-up, Plakat im Innenraum, Rückwand am Messestand | ca. 150 dpi (Produktfotos auch 200) |
| 1–3 m | Banner am Gehweg, Bauzaunbanner, Pressewand | ca. 100–150 dpi |
| 3–10 m | Banner an der Halle, Mesh im ersten Obergeschoss | ca. 72–100 dpi |
| 10–30 m | Großflächenplakat, großes Fassaden-Mesh | ca. 30–50 dpi |
| über 30 m | Riesenformate an Gerüsten, Banner an Straßen | ca. 20–30 dpi |
Das sind Richtwerte, die wir bei der Datenprüfung anwenden. Ein Foto knapp unter diesen Werten sieht meist trotzdem gut aus. Probleme beginnen erst, wenn die Auflösung um ein Vielfaches zu niedrig ist – dann sieht man im Druck Treppenstufen und Unschärfe.

Wie viele Pixel Sie brauchen – Rechenbeispiele
Die Rechnung ist einfach: Maß in Zentimetern durch 2,54 teilen (das sind Zoll) und mit dpi multiplizieren.
- Roll-up 85 × 200 cm, 150 dpi: 85 / 2,54 × 150 ≈ 5.020 px mal 200 / 2,54 × 150 ≈ 11.810 px.
- Banner 3 × 1 m, 100 dpi: ca. 11.810 × 3.940 px. Bei 150 dpi: ca. 17.720 × 5.910 px.
- Banner 6 × 3 m, 72 dpi: ca. 17.010 × 8.500 px.
- Großflächenplakat 504 × 238 cm, 50 dpi: ca. 9.920 × 4.690 px.
- Fassaden-Mesh 12 × 8 m, 30 dpi: ca. 14.170 × 9.450 px.
Zum Vergleich: Ein Handyfoto mit 12 Mpx hat ca. 4.000 × 3.000 px. Bei 100 dpi ergibt das einen Druck von ca. 1 m Breite. Auf einem 3-Meter-Banner am Zaun werden daraus ca. 34 dpi – aus der Nähe weich, von der Straße aus noch akzeptabel. Für ein Produktfoto auf einem Roll-up ist das zu wenig.
Maßstab 1:10 – so verrechnen Sie sich nicht bei den dpi
Große Banner werden oft im Maßstab 1:10 gestaltet, weil Programme Größenlimits haben und Dateien in 1:1 riesig werden. Das PSD-Format in Photoshop etwa ist auf 30.000 px pro Seite begrenzt – größere Dateien speichert man als PSB.
Im Maßstab 1:10 ist alles zehnmal kleiner, die Auflösung muss also zehnmal höher sein. Ein Banner 600 × 300 cm legen Sie als Dokument 60 × 30 cm an. Damit nach der Vergrößerung 72 dpi herauskommen, brauchen die Bilder in der 1:10-Datei 720 dpi. Die Pixelzahl bleibt gleich, nur die Angabe in der Datei ändert sich.
Häufigster Fehler: Jemand arbeitet in 1:10, stellt „sicherheitshalber“ 300 dpi ein und hält die Datei für hervorragend. Nach Vergrößerung auf 1:1 sind es 30 dpi. Für die Plakatwand reicht das, für ein Banner am Ladeneingang nicht. Geben Sie beim Versand immer an, in welchem Maßstab die Datei angelegt ist. Mehr zu Formaten und Beschnitt: Druckdaten für Banner erstellen.
- 24 hExpressdruck (UV-Tinten müssen nicht trocknen)
- ca. 3 TageStandardlieferzeit
- bis 14 Tagegroße Projekte mit Montage
Zzgl. Versand. Nennen Sie uns Ihren Termin — wir planen die Produktion danach.
So prüfen Sie die Auflösung Ihrer Datei
- Photoshop: Bild → Bildgröße. Neuberechnung abwählen, Zielmaß in Zentimetern eingeben und sehen, wie viele Pixel pro Zoll herauskommen.
- Illustrator / InDesign: Im Verknüpfungen-Bedienfeld sieht man beim platzierten Bild die effektive Auflösung, also die nach der Skalierung im Layout. Die zählt.
- PDF aus Canva oder einem anderen Online-Tool: Datei in höchster Druckqualität herunterladen. Wenn Sie nicht wissen, was darin steckt, schicken Sie sie uns – die technische Datenprüfung ist im Auftragspreis enthalten.
Und ein wichtiger Punkt: Künstliches Hochrechnen der dpi im Programm fügt keine Details hinzu. Ein Foto mit 800 px, hochgerechnet auf 8.000 px, ist einfach eine größere, unscharfe Version desselben Bildes. Besser das Original suchen – aus der Kamera, vom Fotografen, aus der Bilddatenbank in voller Auflösung.
Was ist mit Logo und Text?
Die Auflösung betrifft Fotos und Rastergrafiken. Logos, Texte und einfache Formen sollten als Vektor vorliegen – dann gibt es gar keine Auflösung, weil das Programm die Kurven auf jede Größe umrechnet und die Kanten immer scharf bleiben. Deshalb bitten wir bei Bannern um das Logo als PDF, AI, EPS oder SVG und um Text in Pfaden. Warum, erklären wir im Ratgeber Logo als Vektordatei.
Haben Sie das Logo nur als kleines JPG, zeichnen wir es als Vektor nach (ca. 26 € netto). Und muss die Datei ganz neu erstellt werden, kostet ein einfacher Bannerentwurf ca. 42 € netto – siehe Grafikdesign und DTP.
