
Was bei der Sublimation mit der Tinte passiert
Der Name kommt aus der Physik: Sublimation ist der Übergang vom festen in den gasförmigen Zustand unter Umgehung der Flüssigkeit. Beim gängigsten Transferverfahren läuft das so ab:
- Die Grafik wird spiegelverkehrt mit Sublimationstinte auf spezielles Transferpapier gedruckt.
- Papier und Stoff laufen durch einen Kalander, also eine beheizte Walze, die beides bei ca. 200 °C aufeinanderpresst.
- Der Farbstoff verdampft aus dem Papier, und die Polyesterfasern „öffnen“ sich bei dieser Temperatur und nehmen ihn auf.
- Nach dem Abkühlen schließt sich die Faser, und der Farbstoff bleibt dauerhaft darin.
Nach dem Abziehen des Papiers ist der Stoff fertig für die Konfektion: Säumen, Einnähen des SEG-Keders, Tunnel oder Karabiner. Es gibt keine Tintenschicht auf der Oberfläche, der Stoff fühlt sich also an wie vor dem Druck.
Wo Sublimation im Vorteil ist
Die meisten Werbetextilien drucken wir auch im LED-UV-Verfahren mit flexibler Textiltinte. Das ist schneller und günstiger. Sublimation wählen wir, wenn das Material so beansprucht wird, dass eine Tintenschicht auf der Oberfläche eine Schwachstelle wäre:
- Mastfahnen und Beachflags – der Stoff flattert tausende Male am Tag im Wind. Farbstoff in der Faser reibt sich nicht ab, und durch ca. 80 % Durchschlag ist die Fahne auch von hinten lesbar (spiegelverkehrt).
- Faltbare Textilbanner – Messewände, Backdrops, Thekengrafiken. Dutzende Male in die Tasche gefaltet und wieder aufgebaut, zeigen sie keine Farbbrüche an den Falten.
- SEG-Grafiken für Profilrahmen – bei langer Ausstellung und häufigem Herausnehmen aus dem Rahmen.
- Hinterleuchtete Stoffe (Backlit) – die Farbe hat bei Licht von hinten die größte Tiefe.
- Tischdecken, Hussen, waschbare Textilien – Sublimation verträgt das Waschen bei niedriger Temperatur.
- Leichte Stoffe: Voile, Chiffon – Bühnenbild, Raumteiler, Dekoration, wo Luftdurchlässigkeit zählt.
Mehr zur Auswahl bei Fahnen lesen Sie im Ratgeber Fahne im UV- oder Sublimationsdruck.

Sublimation und UV-Druck auf Stoff im Vergleich
| Merkmal | Sublimation | UV-Druck auf Stoff |
|---|---|---|
| Wo die Farbe sitzt | in der Faser | auf der Faseroberfläche |
| Griff des Stoffes | unverändert, sehr weich | minimal steifer |
| Durchschlag auf die Rückseite (Fahne 110 g) | ca. 80 % | ca. 20–30 % |
| Falten, Flattern | ohne Brüche | gute Beständigkeit, bei langem Einsatz schwächer |
| Material | nur Polyester oder Untergründe mit Polyesterbeschichtung | die meisten Werbestoffe |
| Weiß | keine weiße Tinte – Weiß ist die Stofffarbe | weiße Unterlage möglich |
| Zeit und Kosten | länger (Druck + Kalander), teurer | schneller, günstiger |
| Fahne Polyester 110 g | ca. 12–21 € netto/m² | ca. 10–18 € netto/m² |
Der Preisunterschied ist nicht groß, summiert sich aber bei großen Flächen. Für eine Konferenzwand, die ein paar Mal im Jahr aufgebaut wird, reicht UV-Druck auf Stoff völlig. Bei Fahnen vor dem Autohaus, die die ganze Saison hängen, zahlt sich Sublimation durch die Haltbarkeit aus.
Preise für sublimierte Textilien
Richtpreise netto pro m² (der niedrigere Wert gilt für große Flächen, der höhere für Formate bis 4 m²):
- Fahne Polyester 110 g mit Saum und Tunnel oder Karabinern – ca. 12–21 €,
- doppelseitige Fahne mit Blockout-Zwischenlage (zwei verschiedene Motive) – ca. 28–44 €,
- Textilbanner 210 g, sehr weich – ca. 15–25 €,
- SEG-Grafik 220 g mit eingenähtem Silikonkeder – ca. 18–30 €,
- Backlit-Stoff für textile Leuchtkästen – ca. 20–32 €,
- Dekostoff Voile / Chiffon – ca. 17–27 €.
Beispiel: Eine Mastfahne 150 × 90 cm, gesäumt, mit Karabinern, kostet ca. 45 € netto pro Stück. Bei einem Dutzend Mastfahnen vor einem Gebäude sinkt der Stückpreis, weil wir die Gesamtfläche berechnen. Fertige Produkte finden Sie unter Mastfahnen und Beachflags, SEG-Textilspannrahmen und bedruckte Tischdecken.
Grenzen, die wir vor der Bestellung ansprechen
Sublimation hat feste Grenzen, die Sie besser vor der Gestaltung kennen:
- Sie funktioniert nur auf Polyester. Auf Baumwolle hält der Farbstoff nicht und wäscht sich bei der ersten Wäsche aus. Für Baumwoll-T-Shirts nutzt man andere Verfahren, etwa Transferdruck.
- Es gibt keine weiße Tinte. Weiß im Entwurf ist einfach unbedruckter Stoff. Auf farbigem Material können Sie keine weiße Schrift drucken.
- Der Stoff schrumpft. Im Kalander zieht sich das Material leicht zusammen. Das berücksichtigen wir bei der Dateivorbereitung – deshalb bitten wir um das Maß des fertigen Produkts, nicht um eine „Datei 1:1 mit Zugabe“.
- Dunkle, satte Flächen auf dünnem Stoff können etwas heller wirken als am Bildschirm – das liegt an der Transparenz des Materials, nicht an einem Druckfehler.
Wenn die Hausfarbe stimmen muss, lassen Sie einen Probedruck auf dem Zielstoff machen. Das beschreiben wir im Ratgeber Hausfarbe im Druck – Pantone, Proof, Andruck.
