
Drei Maschinen, drei Schneideverfahren
Alle drei Geräte tun dasselbe – sie schneiden eine Form aus einer Vektordatei –, aber jedes auf eigene Weise und für andere Materialien.
Der Schneideplotter führt ein scharfes Messer über das Material. In der Folienvariante ritzt das Messer nur die obere Schicht an, ohne das Trägerpapier zu durchtrennen – so entstehen konturgeschnittene Aufkleber und Buchstaben zum Selbstverkleben. Ein Schneide- und Rillplotter mit oszillierendem Messer (das sehr schnell auf und ab schwingt) schneidet dickere Materialien: Karton, Wellpappe, HIPS, PVC bis zu einigen Millimetern, und prägt zusätzlich Falzlinien, rillt also.
Die CNC-Fräse arbeitet mit einem schnell rotierenden Fräser, der Material abträgt wie ein sehr präziser Bohrer, der eine Bahn abfährt. Sie bewältigt harte und dicke Platten – bis zu einigen Dutzend Millimetern. Sie kann außerdem Nuten zum Kanten fräsen (V-Cut), Kanten anfasen und mechanisch gravieren.
Der Laser schneidet mit einem fokussierten Lichtstrahl, der das Material punktuell verdampft. Er berührt das Material nicht, es muss also nicht fixiert werden, und feine Details werden sehr präzise. Die Kante von Acrylglas ist nach dem Lasern glatt und glänzend, ohne Polieren.
Was womit schneiden – Tabelle
| Material | Schneideplotter / Messer | CNC-Fräse | Laser |
|---|---|---|---|
| Selbstklebefolie | ja – Standard | — | — |
| Karton, Wellpappe | ja, mit Rillen | möglich, selten | bei dünnem Material möglich |
| HIPS, PP, PET bis 2 mm | ja | ja | PET ja |
| PVC-Hartschaum | bis ca. 5 mm | ja, jede Stärke | nein – setzt schädliche Gase frei |
| Dibond (Aluminium-Verbund) | — | ja, auch V-Cut zum Kanten | — |
| Acrylglas bis 5 mm | — | ja | ja – glänzende Kante |
| Acrylglas 6–10 mm | — | ja | ja, über ca. 8 mm besser Fräse |
| Acrylglas über 10 mm | — | ja | — |
| Sperrholz, MDF | — | ja, auch dick | ja, bis ca. 5 mm, dunkle Kante |
| Filz, Gummi, Stoffe | teilweise | — | ja |
| Gravur in Holz, Acrylglas, Beschichtungen | — | mechanische Gravur | ja – die häufigste Wahl |
Bei Holz hinterlässt der Laser eine angebrannte, dunkle Kante. Manchmal ist das ein Vorteil (dekorativer Effekt), manchmal ein Nachteil – dann wählen wir die Fräse. Bei Acrylglas über ca. 8 mm lässt die Kantenqualität des Lasers nach, deshalb empfehlen wir Fräsen und Polieren.

Was der Zuschnitt kostet – Preise pro Meter Schnittweg
Wir berechnen den Zuschnitt pro laufendem Meter Schnittweg, also die Gesamtlänge aller Linien, die das Werkzeug abfährt. Richtpreise netto, ohne Material:
- Folienplotter: Konturschnitt ca. 1,20 €/lfm, Ausschneiden von Buchstaben und Formen ca. 1,40 €/lfm, Entgittern (Entfernen überschüssiger Folie) ca. 10 €/m², Übertragungsfolie zum Übertragen der Buchstaben ca. 6 €/m².
- Messerplotter (oszillierend): Karton ca. 0,70 €/lfm, HIPS und PET bis 2 mm ca. 0,95 €/lfm, PVC bis 5 mm ca. 1,30 €/lfm, Rillen ca. 0,50 €/lfm.
- CNC-Fräse: Material bis 3 mm ca. 1,65 €/lfm, bis 5 mm ca. 2,10 €/lfm, bis 10 mm ca. 2,80 €/lfm, bis 20 mm ca. 6 €/lfm, bis 30 mm ca. 8 €/lfm; V-Cut zum Kanten von Dibond ca. 3,30 €/lfm. Datei- und Maschinenvorbereitung ca. 8 € pro Auftrag, Mindestwert für Fräsaufträge ca. 19 €.
- Laser: Acrylglas, PET, Filz, Gummi bis 5 mm ca. 0,70 €/lfm, Sperrholz und MDF bis 5 mm ca. 0,85 €/lfm, Acrylglas 6–10 mm ca. 1,40 €/lfm; Oberflächengravur ca. 0,55 €/dm², Tiefengravur ca. 1,10 €/dm². Mindestwert für Laseraufträge ca. 14 €.
Beispiel 1. Eine Dibond-Tafel in Logoform, Umfang 4 m: 4 lfm × ca. 1,65 € = ca. 7 € plus Vorbereitung ca. 8 €. Zusammen ca. 15 €, es gilt also der Mindestwert für Fräsaufträge von ca. 19 € netto.
Beispiel 2. 20 Buchstaben aus Acrylglas 5 mm mit je ca. 1,2 m Umfang: 24 lfm × ca. 0,70 € = ca. 17 € netto für den Laserschnitt, plus Material.
Die Länge des Schnittwegs wächst bei feinen, verzierten Schriften schnell. Sie – nicht die Plattengröße – bestimmen die Schneidekosten.
So bereiten Sie eine Schneidedatei vor
Jede dieser Maschinen braucht einen Vektor – Linien, kein Bild. Die Regeln sind gleich:
- Schneidelinie auf eigener Ebene und in eigener Farbe, am besten benannt (z. B. CUT).
- Geschlossene Formen, ohne Lücken und ohne doppelt übereinanderliegende Linien – sonst fährt die Maschine zweimal.
- Text in Pfade umgewandelt.
- Keine sehr feinen Details unterhalb der Möglichkeiten des Werkzeugs. Ein Fräser hat einen Durchmesser, Innenecken werden also immer leicht gerundet; einen spitzen Innenwinkel liefert nur der Laser.
- Bei Buchstaben aus Folie – Mindesthöhe und Strichstärke, die sich noch vom Träger lösen lassen. Bei sehr dünnen Serifen reißt die Folie beim Entgittern.
Haben Sie nur ein Logo als JPG, vektorisieren wir es (ca. 26 € netto). Mehr im Ratgeber Logo als Vektor.
Was daraus in der Praxis entsteht
Die drei Maschinen arbeiten oft an einem Auftrag zusammen. Ein Leuchtkasten mit gefräster Front? Die Fräse schneidet die Buchstaben in Dibond, der Laser die Acrylglaseinsätze, der Plotter die Folie für die Front. Ein Kartondisplay? UV-Druck auf Karton, danach schneidet der Messerplotter die Form und rillt die Falzungen.
Typische Arbeiten:
- Plotter: konturgeschnittene Aufkleber, Buchstaben für Schaufenster, Milchglasfolie mit ausgeschnittenem Muster,
- Fräse: 3D-Buchstaben aus PVC und Dibond, Tafeln in Form, Leuchtkästen, Elemente für Einbauten,
- Laser: Acrylglasschilder, Prospekthalter, Pokale, Gravuren auf Werbeartikeln und Typenschildern.
Details finden Sie auf den Seiten CNC-Fräsen und Zuschnitt und Kanten von Platten sowie im Ratgeber Lasergravur und Laserschneiden.
