
Drei Wege, damit die Tinte auf dem Material bleibt
Kunden fragen selten nach dem Verfahren, sondern nach dem Ergebnis: Wie lange hält es, riecht es, bis wann ist es fertig? Die Antworten hängen aber vom Verfahren ab – es lohnt sich also zu verstehen, worin sie sich unterscheiden.
Solventdruck (Eco-Solvent, Mild-Solvent). Die Tinte enthält ein organisches Lösemittel, das die PVC-Oberfläche leicht anlöst, sodass sich das Pigment darin „festbeißt“. Danach muss das Lösemittel verdunsten – teils in der Maschine, der Rest in den folgenden Stunden. Ein Verfahren mit langer Geschichte, besonders bei Bannern und Fahrzeugfolien. Die Drucke sind beständig und flexibel, die Tinte ist relativ günstig.
Latexdruck. Die Tinte ist wasserbasiert, das Pigment wird von einem Latexpolymer umhüllt. In der Maschine durchläuft der Druck eine Heizzone: Das Wasser verdunstet, und das Polymer bildet auf der Oberfläche eine elastische Schicht. Der Druck kommt trocken und geruchlos heraus. Latex wird gern für Innenräume, Tapeten und Fahrzeuggrafiken gewählt.
UV-Druck. Die Tinte hat nichts, was verdunsten müsste – sie enthält Monomere, die sich unter der UV-Lampe in Sekundenbruchteilen zu einer harten Schicht verbinden. Der Druck ist sofort fertig, und die Tinte liegt auf der Oberfläche, sodass auch nicht saugende Materialien bedruckt werden können: Platten, Glas, Metall. Details beschreiben wir im Beitrag UV-Druck – was ist das.
Der Vergleich in einer Tabelle
| Merkmal | Solvent / Eco-Solvent | Latex | UV |
|---|---|---|---|
| Fixierung der Tinte | Verdunsten des Lösemittels | Verdunsten des Wassers und Wärme | Aushärtung durch UV-Licht |
| Bereit zur Weiterverarbeitung | nach dem Ausgasen, vor dem Laminieren meist 24–48 h | direkt nach der Maschine | sofort |
| Geruch | in den ersten Tagen wahrnehmbar | praktisch keiner | praktisch keiner |
| Direktdruck auf starre Platten | nein – Platten werden kaschiert | in der Praxis selten, überwiegend Rolle | ja, auch Glas, Metall, Holz |
| Elastizität der Schicht | sehr gut | sehr gut | gut, geringer bei starker Dehnung |
| Weiße Tinte | selten | bei einem Teil der Maschinen | standardmäßig verfügbar |
| Typische Anwendungen | Banner, Folien, Fahrzeuge | Tapeten, Innenräume, Fahrzeuge, Plakate | Banner, Folien, Platten, POS, Schilder, Glas |
Die Tabelle zeigt das typische Marktbild. Die konkreten Werte hängen von Maschine, Tinte und Material ab – es ist also keine Rangliste „besser–schlechter“. Jedes dieser Verfahren liefert, gut beherrscht, einen ordentlichen Druck.

Pro und Contra der einzelnen Verfahren
Solvent – pro: bewährte Haltbarkeit im Freien, flexibler Druck, der das Dehnen der Folie gut verträgt, günstige Tinte. Contra: Ausgaszeit vor Laminieren und Montage, Lösemittelgeruch (bei Grafiken für Innenräume muss man warten), kein Direktdruck auf starre Platten.
Latex – pro: geruchlos, sofort trocken, gute Elastizität, beliebt für Tapeten und Raumgrafiken. Contra: Das Material muss die Erwärmung in der Maschine vertragen, was die Auswahl temperaturempfindlicher Untergründe einschränkt; in der Praxis ein Rollenverfahren, Platten werden also ohnehin kaschiert.
UV – pro: ein Verfahren für Rolle und Platte, Direktdruck auf Dibond, PVC, Acrylglas, Glas, weiße Tinte als Unterlage, keine Trocknung, abriebfeste Schicht. Contra: Die Tintenschicht ist unter dem Finger minimal spürbar, bei sehr starker Folienstreckung (tiefe Karosseriesicken) müssen gegossene Folie und Laminat sorgfältig gewählt werden, und auf manchen Untergründen ist ein Primer nötig.
Warum wir mit UV und Sublimation arbeiten
Wir machen vor allem großformatige Werbung: Banner, Netze, Folien, Tafeln, Schilder, POS, Beschilderung. Ein Auftrag umfasst oft ein Banner, einige Dibond-Tafeln und eine Schaufensterfolie. Für diese Arbeit hat UV praktische Vorteile:
- Platten drucken wir direkt. Ohne UV entsteht eine Dibond-Tafel so: Druck auf Folie, warten, auf die Platte kaschieren. Bei uns geht die Platte direkt unter den Druckkopf, und die Farbe auf der Tafel und auf dem Banner daneben stammt aus demselben Prozess.
- Zeit. Ohne Ausgasen sind es real Tage weniger. Standard sind ca. 3 Arbeitstage, bei korrekten Dateien Express in 24 h.
- Breite. Zwei industrielle UV-Drucker mit 3,2 m Breite drucken Banner bis zu dieser Breite ohne Naht und Platten in vollen Formaten.
- Innenräume. Der Druck riecht nicht und kann sofort montiert werden, auch in Krankenhäusern, Schulen oder Restaurants im laufenden Betrieb.
Textilien drucken wir auf zwei Arten: LED-UV mit flexibler Textiltinte und im Sublimationsverfahren dort, wo Weichheit und Farbdurchschlag zählen – siehe Sublimation – wie sie funktioniert.
So wählen Sie, ohne sich mit Verfahren auszukennen
Am einfachsten drehen Sie die Frage um. Statt „Solvent oder UV“ beantworten Sie ein paar Fragen zur Werbung:
- Wo wird sie hängen? Draußen, drinnen, am Fahrzeug, an der Scheibe.
- Wie lange? Einige Wochen, eine Saison, mehrere Jahre.
- Worauf? Banner, Folie, Platte, Glas, Stoff.
- Wird sie gefaltet oder gewaschen? Das spricht für Textil und Sublimation.
- Bis wann? Der Termin entscheidet, ob Express nötig ist.
Diese Angaben reichen, um Material und Druckverfahren zu wählen. Im Angebot schreiben wir, was wir vorschlagen und warum. Haben Sie Vorgaben aus einer Ausschreibung oder vom Auftraggeber, etwa eine bestimmte Haltbarkeit oder eine Brandschutzklasse, nennen Sie diese gleich. Preise ausgewählter UV-bedruckter Materialien: beschichtetes Banner 510 g ca. 7–13 € netto/m², polymere Folie ca. 9–16 € netto/m², Dibond 3 mm ca. 35–55 € netto/m².
