
Bevor Sie beginnen: Prüfen Sie, womit Sie es zu tun haben
Dieselbe Methode funktioniert nicht bei jeder Folie. Nach ein paar Minuten Begutachtung weiß man, wie viel Arbeit ansteht.
- Folie, ein bis zwei Jahre alt, elastisch – geht meist am Stück ab, nach dem Erwärmen oft sogar rückstandsfrei.
- Folie nach 5+ Jahren in der Sonne – steif, rissig, geht in Plättchen von wenigen Zentimetern ab. Der Kleber bleibt fast vollständig. Der mühsamste Fall.
- Lochfolie (One Way Vision) – perforiert, reißt an den Löchern; langsam und in breiter Bahn ziehen.
- Geplottete Buchstaben – kleine Elemente, dafür schnell; die meiste Arbeit macht der Kleber an den Konturen.
Prüfen Sie auch die Scheibe. Auf der Heckscheibe eines Autos verlaufen Heizleiter – eine Klinge durchtrennt sie. Auch auf beschichteten Scheiben, Kunststoffabdeckungen und Polycarbonat keine Klinge und keine starken Lösungsmittel verwenden.
Was Sie brauchen
- Haartrockner oder Heißluftpistole mit Regelung (auf niedrigster Stufe);
- Schaber mit Wechselklinge und Kunststoffschaber;
- Sprühflasche mit warmem Wasser und etwas Spülmittel;
- Kleberentferner oder Isopropylalkohol, eventuell Waschbenzin;
- Papiertücher oder Mikrofasertücher;
- Handschuhe und – bei der Heißluftpistole – etwas Vernunft.
Aceton brauchen Sie nicht. Es löst den Kleber, aber auch Dichtungen, Rahmenlack und Kunststoffleisten.

Schritt für Schritt
- Wählen Sie den Tag. Am besten arbeitet es sich bei Wärme, mit einer Scheibentemperatur über ca. 10 °C. Im Winter auf einer frostigen Scheibe keinen Punkt stark erhitzen – plötzliche Temperaturunterschiede bekommen dem Glas nicht.
- Erwärmen Sie ein Feld von ca. 30 × 30 cm aus einigen Zentimetern Abstand mit kreisenden Bewegungen, bis die Folie weich und warm (nicht heiß) ist.
- Heben Sie eine Ecke an – mit dem Fingernagel oder dem Kunststoffschaber.
- Ziehen Sie flach, fast parallel zur Scheibe, im Winkel von ca. 150–180°, langsam, und erwärmen Sie ständig die Ablösestelle. Ruckartiges Ziehen hinterlässt mehr Kleber.
- Bröckelnde Folie nehmen Sie mit dem Klingenschaber ab, flach gehalten (ca. 30° zur Scheibe), auf nasser Oberfläche. Trocken zerkratzen Partikel leicht das Glas.
- Kleber: mit Entferner oder Alkohol einsprühen, eine Minute einwirken lassen, mit Schaber und Tuch aufnehmen. Bei dicker Schicht 2–3-mal wiederholen.
- Scheibe waschen mit Wasser und Spülmittel, danach mit Alkohol entfetten – vor allem, wenn sofort neue Grafik geklebt wird.
Wenn Sie die Scheibe für neue Folie vorbereiten, lesen Sie auch Folie selbst blasenfrei verkleben.
Probleme und Lösungen
| Problem | Ursache | Was tun |
|---|---|---|
| Folie reißt in kleine Stücke | Alt, durch UV versprödet | Mehr Wärme, Schaber nass, Geduld – oder Demontage beauftragen |
| Kleber verschmiert statt sich zu lösen | Zu wenig Entferner, zu kurz eingewirkt | Erneut einweichen, mit Tuch aufnehmen, nicht verreiben |
| Schlieren nach dem Waschen | Reste von gelöstem Kleber und Spülmittel | Nochmals mit klarem Wasser waschen, zum Schluss Alkohol |
| „Geisterbild“ der alten Grafik | Das Glas um die Folie wurde jahrelang anders verschmutzt und gereinigt | Ganze Scheibe gründlich reinigen; eine neue Grafik deckt es meist ab |
| Kratzer auf der Scheibe | Trocken geschabt oder Klinge im falschen Winkel | Vorbeugen: immer nass, Klinge flach, Klingen wechseln |
- 24 hExpressdruck (UV-Tinten müssen nicht trocknen)
- ca. 3 TageStandardlieferzeit
- bis 14 Tagegroße Projekte mit Montage
Zzgl. Versand. Nennen Sie uns Ihren Termin — wir planen die Produktion danach.
Und wenn die Folie nicht auf Glas, sondern auf Lack, Tür oder Tafel klebt?
Das Prinzip ist dasselbe – Wärme, flacher Winkel, Geduld –, aber die Werkzeuge sind andere. Auf Autolack und lackierten Türen niemals eine Klinge verwenden; es bleiben Wärme, Kunststoffschaber und ein lackverträglicher Kleberentferner. Nach dem Entfernen von Folie an einem Auto, das einige Jahre beschriftet war, sieht man oft einen Farbtonunterschied im Lack: Die Stelle unter der Folie war vor der Sonne geschützt. Das ist normal und gleicht sich nach dem Polieren meist aus – man sollte es aber vor der Entscheidung zum Entfernen wissen.
Bei Tafeln aus PVC oder Alu-Dibond kann das Entfernen alter Folie teurer sein als eine neue Tafel – dann raten wir meist, die neue Grafik direkt auf eine neue Platte zu drucken. Auf Holz und Möbelplatten kann starkes Lösungsmittel das Dekor beschädigen, deshalb immer zuerst an einer unauffälligen Stelle testen.
Wann Sie es besser beauftragen – oder gar nicht entfernen
Ein paar Buchstaben an der Tür entfernen Sie in 20 Minuten. Ein Schaufenster mit 10 m² und acht Jahre alter Folie ist Arbeit für viele Stunden, manchmal einen ganzen Tag. Dann ist eine Beauftragung meist günstiger: Die Demontage alter Werbung mit Entsorgung berechnen wir ab ca. 16 € netto/m², und wenn wir gleich die neue Grafik kleben, erledigen wir beides bei einem Einsatz (ca. 42 € netto/Std., Anfahrt ca. 1 €/km hin und zurück ab Wieluń).
Manchmal muss die alte Folie gar nicht runter. Hält sie gut und es geht nur um neuen Inhalt, kann man sie mit neuer Folie mit grauem Kleber (Blockout, ca. 8–14 € netto/m²) überkleben, die das Darunterliegende vollständig abdeckt. Bei Folie, die schon reißt oder absteht, raten wir davon ab – die neue Schicht löst sich mit der alten.
Neue Schaufenstergrafik kalkulieren wir nach Maßen und Foto – siehe Schaufensterbeklebung und den Ratgeber Was kostet eine Schaufensterbeschriftung?.
