
Die fünf Materialien, mit denen wir am häufigsten drucken
| Material | Preis | Stärken | Schwächen | Typische Anwendungen |
|---|---|---|---|---|
| PLA | ca. 0,05 € / g | maßhaltig, leicht zu drucken, schöne Oberfläche, große Farbauswahl | wird bei ca. 55–60 °C weich, spröde bei Schlag, nicht für die Sonne | Modelle, Designprototypen, Figuren, Dekorationen, Innenraummodelle |
| PETG | ca. 0,10 € / g | fester und weniger spröde, verträgt höhere Temperaturen, feuchtigkeitsbeständig | weniger scharfe Details, schwerer zu schleifen | Halterungen, Gehäuse, Gebrauchsteile, Behälter |
| ABS | ca. 0,10 € / g | temperaturbeständig, gut zu schleifen und zu kleben | schrumpft beim Druck, große Teile können sich verziehen | technische Teile, Gehäuse, Teile zur Nachbearbeitung |
| ASA | ca. 0,10 € / g | UV- und witterungsbeständig, bleicht deutlich weniger aus | teurer, anspruchsvoller im Druck | Teile für draußen, Abdeckungen, Buchstaben, Beschilderung |
| TPU | ca. 0,15 € / g | gummielastisch, abriebfest | langsamer Druck, schwierige Details | Dichtungen, Puffer, Füße, Schutzkappen, Bänder |
Die Temperaturen sind Richtwerte – sie hängen vom konkreten Filament ab und davon, ob das Teil belastet wird. Ein unbelastetes Teil hält meist mehr aus als eine Halterung, an der etwas hängt.
Bei den meisten Aufträgen läuft die Wahl auf zwei Materialien hinaus: PLA oder PETG. Die anderen drei setzen wir gezielt ein – ASA, wenn das Teil draußen steht, ABS bei Teilen, die weiterbearbeitet werden, und TPU überall dort, wo sich etwas biegen, Vibrationen dämpfen oder abdichten soll.
Die Farbe des Filaments ändert den Preis nicht, aber nicht jede Farbe gibt es in jedem Material. Die größte Farbauswahl bietet PLA. Bei ASA und TPU ist die Palette kleiner – wenn die Farbe wichtig ist, nennen Sie sie bitte gleich in der Anfrage.
So wählen Sie – die Fragen, die wir unseren Kunden stellen
Statt mit dem Materialnamen beginnen wir damit, wo und wie das Teil eingesetzt wird. Fünf Fragen genügen:
- Innen oder außen? Für draußen scheidet PLA aus. Sonne und Wärme verformen es schnell. Wir nehmen ASA, bei kurzer Nutzung eventuell PETG.
- Wird es warm? Auto im Sommer, Nähe einer Lampe, Spülmaschine, Fensterbank auf der Südseite – da hält PLA nicht. PETG, ABS oder ASA.
- Wird es belastet oder Stößen ausgesetzt? PLA ist steif, bricht aber schlagartig. PETG gibt nach, bevor es bricht – bei Halterungen und Schnapphaken ein Vorteil.
- Soll es flexibel sein? Dann nur TPU. Kein steifes Material ersetzt eine Dichtung oder einen Puffer.
- Soll es wie ein fertiges Produkt aussehen? Dann eher PLA oder ABS, weil sie sich gut schleifen und lackieren lassen. Für draußen – ASA plus Lackierung.
Kommen nach diesen Fragen zwei Materialien infrage, wählen wir meist das günstigere, das die Anforderungen erfüllt. Eine Vitrinenfigur aus ASA zu drucken, nur weil es das „bessere“ Material ist, ergibt keinen Sinn.

Macht ein teureres Material den Druck deutlich teurer?
Weniger, als man denkt. Beim 3D-Druck entfällt der Großteil der Kosten auf die Maschinenzeit – bei uns ca. 14 € netto pro Stunde auf einem Standarddrucker. Das Material macht oft nur einen niedrigen zweistelligen Prozentanteil der Rechnung aus.
Beispiel: ein Teil mit 100 g Gewicht, 5 Stunden Druckzeit.
- Druckzeit: 5 h × 14 € = 70 €
- Material PLA: 100 g × 0,05 € = 5 € – zusammen mit dem Druck 75 €
- Material PETG: 100 g × 0,10 € = 10 € – zusammen 80 €
- Material ASA: 100 g × 0,10 € = 10 € – zusammen 80 €
Bei jeder Variante kommen ca. 14 € für die Auftragsvorbereitung hinzu. Der Unterschied zwischen PLA und ASA liegt in diesem Beispiel bei ca. 5 €. Ein falsch gewähltes Material kostet viel mehr – denn dann muss der Druck wiederholt werden.
Die Ausnahme ist TPU: Das Material ist teurer, und flexibles Filament wird langsamer gedruckt, also steigt auch die Druckzeit. Wie wir genau kalkulieren, beschreiben wir im Ratgeber Was kostet 3D-Druck.
Die häufigsten Fehler bei der Materialwahl
Einige Situationen erleben wir immer wieder:
- Kfz-Halterung aus PLA. Funktioniert bestens bis zum ersten heißen Tag, dann verbiegt sie sich. Fürs Auto – PETG oder ASA.
- PETG-Teil für Jahre im Freien. PETG verträgt Witterung besser als PLA, aber bei langer Sonneneinstrahlung nehmen wir ASA und lackieren zusätzlich.
- „Das stärkste Material“ für ein Modell. Ein Architekturmodell oder Ausstellungsstück braucht keine Festigkeit, sondern scharfe Details – und die liefert PLA am besten.
- Steifes Material, wo Dämpfung gefragt ist. Füße, Puffer und Kantenschutz aus PLA brechen. Das ist ein Fall für TPU.
- Farbe statt Finish. Der Kunde wählt Filament in der Firmenfarbe, und dann sind die Schichten sichtbar und das Teil wirkt „selbst gemacht“. Kommt es auf die Optik an, drucken wir besser in einer neutralen Farbe, schleifen, grundieren und lackieren.
Wenn Sie unsicher sind, schreiben Sie einfach, wofür der Druck gedacht ist – wir wählen das Material selbst und begründen die Wahl im Angebot.
Und was ist mit anderen Materialien?
Es gibt auch Nylon, kohlefaserverstärkte Filamente, Holz- oder Metallkomposite und Hochtemperatur-Filamente. Unsere Großformatdrucker verarbeiten auch technische Materialien, aber nicht jedes Filament passt zu jedem Auftrag – wenn Sie etwas außerhalb der Tabelle brauchen, schreiben Sie uns, wir prüfen die Möglichkeiten und nennen den Preis.
Wir drucken im FDM-Verfahren. Braucht ein Projekt direkt nach dem Druck eine sehr glatte Oberfläche oder Details im Bereich von Bruchteilen eines Millimeters (Schmuck, Miniaturen), sagen wir offen, dass ein Harzdruck die bessere Wahl ist.
Wie die Bestellung mit fertiger Datei abläuft, beschreibt der Ratgeber 3D-Druck aus eigener STL-Datei. Richtpreise finden Sie auf der Seite 3D-Druck nach eigenem Modell.
