
Wozu Druck veredeln
Eine Veredelung verfolgt eines von drei Zielen, manchmal mehrere zugleich:
- Schutz. Folie auf dem Katalogumschlag oder der Mappe sorgt dafür, dass Ecken nicht abgestoßen werden, die Farbe am Rücken nicht bricht und keine Fingerabdrücke bleiben.
- Haptik. Eine Visitenkarte mit Soft-Touch-Folie fühlt sich samtig und „wertiger“ an, auch bei gleicher Grammatur.
- Hervorhebung. Ein glänzendes Logo auf mattem Grund, ein erhabener Schriftzug, ein goldenes Element – Auge und Finger landen sofort dort.
Am häufigsten veredelt werden Visitenkarten, Präsentationsmappen, Katalogumschläge, Einladungen, Verpackungen und Kalender. Bei Massenflyern lohnt es sich meist nicht – dort zählt der Stückpreis.
Arten der Veredelung – Vergleich
| Veredelung | Wirkung | Herstellung | Wann wählen |
|---|---|---|---|
| Mattfolie | matte, ruhige Oberfläche, Schutz | Kaschieren des ganzen Bogens mit dünner Folie | Mappen, Umschläge, Visitenkarten |
| Glanzfolie | leuchtende Farben, Glanz | wie oben | Umschläge mit Fotos, Verpackungen |
| Soft-Touch-Folie | samtige, weiche Haptik | Folie mit spezieller Struktur | Premium-Visitenkarten und -Mappen |
| Partieller UV-Lack | glänzendes Element auf mattem Grund | Lack nur an ausgewählten Stellen | Logo, Name, Produktfoto |
| 3D-Lack (erhaben) | glänzend und unter dem Finger spürbar | dicke, digital aufgetragene Lackschicht | Visitenkarten, Einladungen, kurze Serien |
| Prägung | erhabenes oder vertieftes Relief, blind oder farbig | Presse und Prägewerkzeug mit Gegenstück | Logo auf Mappen, Umschlägen, Verpackungen |
| Heißfolienprägung | metallischer Glanz (Gold, Silber, Kupfer, Farben) | Folie wird mit Werkzeug unter Hitze und Druck übertragen | Einladungen, Urkunden, Verpackungen, Kalender |
| Digitale Folienveredelung | metallischer Glanz ohne Werkzeug | Folie haftet auf Lack oder Toner | kurze Serien, Personalisierung |
Veredelungen lassen sich kombinieren: Der Klassiker für eine Mappe ist Mattfolie auf der ganzen Fläche plus partieller Lack auf dem Logo. Bei Visitenkarten sieht man oft Soft-Touch-Folie mit 3D-Lack oder Heißfolie.

Prägewerkzeug oder digital – was den Preis bestimmt
Das ist der wichtigste Punkt bei der Kalkulation von Veredelungen. Es gibt zwei Wege:
Verfahren mit Werkzeug (Prägung, klassische Heißfolienprägung). Zuerst muss ein Metallwerkzeug für das konkrete Motiv hergestellt werden. Das sind Fixkosten, unabhängig von der Auflage. Bei 100 Visitenkarten verteilen sie sich auf wenige Stück und erhöhen den Stückpreis deutlich. Bei einigen tausend verschwinden sie fast. Das Ergebnis ist dafür am besten: Heißfolie hat eine scharfe Zeichnung und tiefen Glanz, Prägung erzeugt ein echtes Relief im Papier.
Digitale Verfahren (3D-Lack, digitale Folienveredelung). Sie brauchen kein Werkzeug – das Motiv kommt aus der Datei. Sie lohnen sich bei kurzen Serien und bei Personalisierung, etwa dem Namen jedes Gastes in Gold auf der Einladung. Das Ergebnis ist sehr gut, bei digitaler Folie können feine Details aber etwas weniger scharf sein als mit Werkzeug.
Als Richtwert: Bis zu einigen hundert Stück gewinnen meist digitale Verfahren, darüber die klassischen. Die konkrete Schwelle hängt von Motivgröße und Anzahl der Folienfarben ab, deshalb kalkulieren wir Veredelungen individuell. Nennen Sie Auflage und Format und markieren Sie in der Vorschau, was veredelt werden soll – Details auf der Seite Veredelung: 3D-Lack, Folie und Heißfolie.
So bereiten Sie eine Datei mit Veredelung vor
Für die Maschine ist eine Veredelung eine eigene „Farbe“, sie muss in der Datei also eine eigene Ebene sein. Schritte, die Rückfragen ersparen:
- Bereiten Sie eine normale Druckdatei in CMYK mit Beschnitt vor (Regeln im Ratgeber Beschnitt im Druck).
- Zeichnen Sie die Elemente für Lack, Heißfolie oder Prägung auf einer eigenen Ebene oder in einer eigenen Datei, an derselben Position wie die Grafik.
- Verwenden Sie eine eindeutig benannte Sonderfarbe (Spot), z. B. LACK oder GOLD, mit 100 % Deckung. Ohne Halbtöne und Verläufe.
- Die Elemente müssen Vektoren sein – Text in Pfade umgewandelt, Logo als Vektor.
- Vermeiden Sie sehr dünne Linien und kleine Schrift in der Veredelung. Zu feine Striche können zulaufen oder die Folie nicht annehmen.
- Lassen Sie einige Zehntelmillimeter Toleranz zwischen Heißfolie und Druck – der Passer ist nie haargenau.
Jede solche Datei prüfen wir vor der Produktion; muss etwas korrigiert werden, übernimmt das unser Studio. Logo nur als JPG? Lesen Sie Logo als Vektor – warum die Druckerei danach fragt.
Veredelung im Großformat: Laminate
Im Großformatdruck übernimmt vor allem das Laminat die Rolle der Veredelung – eine transparente Folie, die auf den Druck aufgebracht wird. UV-Druck ist schon für sich beständig, Laminat ist also eine Option und keine Pflicht. Wir setzen es ein, wenn der Druck unter harten Bedingungen arbeitet oder ein bestimmtes Aussehen haben soll:
- monomeres Laminat matt oder glänzend – ca. 5 € netto/m², bei starkem Abrieb,
- polymeres Laminat – ca. 8 € netto/m², Fahrzeuge und Einsatz über 5 Jahre,
- Anti-Graffiti-Laminat – ca. 10 € netto/m², Haltestellen, öffentlicher Raum,
- rutschhemmendes Laminat R10 – ca. 10 € netto/m², Bodengrafiken,
- Strukturlaminat (Leinwand, Sand) – ca. 10 € netto/m², Fototapeten und Dekoration.
Beispiel: Eine Fototapete 3 × 2,6 m mit Strukturlaminat „Leinwand“ ergibt 7,8 m² × ca. 10 €, also ca. 78 € netto für das Laminat, zusätzlich zum Preis der Tapete selbst.
