Wielka ReklamaWerbetechnik & Großformatdruck

Druck-PDF – Exporteinstellungen Schritt für Schritt (PDF/X, Beschnitt, Schriften)

Grafiker am Monitor bereitet einen Druckentwurf mit sichtbarem Beschnitt und Schnittmarken vor, Gesicht nicht sichtbar
Druckdatei mit Beschnitt vorbereiten · Visualisierung

PDF/X-1a oder PDF/X-4 – welcher Standard

PDF/X ist eine PDF-Variante, die speziell für den Druck geschaffen wurde. Sie erzwingt Dinge, die ein normales PDF „fürs Internet“ weglässt: eingebettete Schriften, ein festgelegtes Ausgabeprofil, korrekte Rahmen (Endformat und Beschnitt). Zur Wahl stehen vor allem zwei Varianten.

PDF/X-1a ist ein älterer, sehr konservativer Standard. Alles muss in CMYK sein (plus eventuelle Sonderfarben), Transparenzen werden beim Export reduziert. Plus ist die Vorhersehbarkeit, Minus – die Reduzierung kann Grafiken in Stücke zerlegen, Schatten und Effekte bekommen manchmal Treppen.

PDF/X-4 erhält Transparenzen und Ebenen live, erlaubt RGB-Objekte mit Profil und überlässt die Farbumwandlung der Druckmaschine. Das ist heute die sinnvolle Standardwahl, auch bei uns – sofern die Farben im Entwurf bewusst in CMYK angelegt sind.

Unser Rat: Wenn Sie nicht wissen, was Sie wählen sollen – PDF/X-4. Hat der Entwurf viele Effekte, Schatten und Transparenzen, erst recht X-4. Verlangt die Druckerei ausdrücklich X-1a, exportieren Sie X-1a und prüfen Sie das PDF in der Vergrößerung, ob die Reduzierung nichts beschädigt hat.

Beschnitt, Schnittmarken und Sicherheitsabstand

Jedes Element, das bis an die Kante reicht, muss über das Format hinaus in den Beschnitt laufen. Bei Flyern, Visitenkarten und Katalogen sind das meist 3 mm pro Seite – ein A5-Flyer mit 148 × 210 mm hat im PDF 154 × 216 mm. Im Großformat hängt der Beschnitt von der Konfektion ab: anders beim Banner mit geschweißtem Saum, anders bei einer Dibond-Tafel und wieder anders bei einer auf einen Rahmen gespannten Grafik. Details und Beispiele beschreiben wir im Beitrag Beschnittzugabe und im Ratgeber Druckdaten für Banner anlegen.

Schnittmarken fügen Sie hinzu, wenn die Druckerei sie verlangt – dann im Export einen Versatz der Marken mindestens in Höhe des Beschnitts einstellen, damit sie nicht in die Grafik ragen. Viele Druckereien (auch wir) kommen ohne sie aus, wenn im PDF TrimBox und BleedBox korrekt gesetzt sind.

Der Sicherheitsabstand ist ein Rand innerhalb des Formats, in dem keine wichtigen Texte oder Logos stehen. Im Kleinformat meist 3–5 mm von der Schnittlinie, im Großformat mehr – beim Banner mit Ösen darf Text nicht in die Ösenzone ragen.

Probebogen mit Schnittmarken und Kontrollstreifen auf dem Tisch einer Druckerei, daneben eine Hand mit einem Proof
Bogen mit Schnittmarken und Beschnitt · Visualisierung

Schriften, Farbe und Bilder – drei Dinge, die die meisten Dateien verderben

Schriften. Im PDF/X müssen Schriften eingebettet sein – der Export klappt schlicht nicht, wenn eine gesperrt ist. Die Alternative ist, Text in Pfade (Konturen) umzuwandeln. Das machen wir immer bei Logos und kurzen Slogans; bei längeren Texten ist Einbetten besser, weil kleine Schrift scharf bleibt und kleine Korrekturen möglich sind.

Farbe. Druckentwürfe legen Sie in CMYK an, mit einem zum Bedruckstoff passenden Profil (gestrichen oder ungestrichen). Pantone-Hausfarben bleiben nur dann Sonderfarbe, wenn sie mit eigener Farbe gedruckt werden – im Digital- und UV-Druck werden sie meist in CMYK umgewandelt, die Farbtreue prüft man am Proof. Zu Schwarz und Farbauftragsgrenzen schreiben wir separat im Beitrag Schwarz im Druck – Rich Black.

Bilder. Für Drucke, die man aus der Nähe betrachtet (Flyer, Kataloge, Plakate), zielen Sie auf ca. 300 dpi in Endgröße. Bei großen Formaten, die man von Weitem sieht, reicht deutlich weniger – 100–150 dpi im Maßstab 1:1, bei einer Plakatwand noch weniger. Ein von einer Website geladenes Foto, auf ein meterbreites Banner gezogen, wird unabhängig von den Exporteinstellungen unscharf. Mehr dazu im Ratgeber Auflösung für den Großformatdruck. Die Komprimierung im Export auf JPEG in maximaler Qualität oder ZIP stellen – nicht auf „kleinste Dateigröße“.

Export aus InDesign, Illustrator, Affinity und Canva

Wo man die richtigen Einstellungen in gängigen Programmen findet
ProgrammExportwegWorauf achten
InDesignDatei → Exportieren → Adobe PDF (Druck), Vorgabe PDF/X-4:2008Register Marken und Anschnitt: „Anschnitteinstellungen des Dokuments verwenden“ aktivieren; Register Ausgabe: zum Bedruckstoff passendes Profil
IllustratorDatei → Speichern unter → Adobe PDF, Vorgabe PDF/X-4Beschnitt in der Zeichenfläche einstellen; eine Zeichenfläche = eine Seite; prüfen, ob es versteckte Objekte außerhalb des Formats gibt
Affinity Designer / PublisherDatei → Exportieren → PDF, Vorgabe PDF/X-4 oder „PDF (für Druck)“„Anschnitt einschließen“ aktivieren; das CMYK-Profil des Dokuments vor dem Export prüfen, nicht nur im Exportfenster
CanvaTeilen → Herunterladen → PDF für den DruckSchnittmarken und Beschnitt aktivieren; in der Bezahlversion CMYK-Profil wählen; prüfen, ob Hintergrundelemente über die Formatlinie hinausgehen
Word / PowerPointAls PDF speichern (Option „Standard – Online veröffentlichen und Drucken“)kein Beschnitt und kein CMYK – für einfache Bürodrucke; Flyer und Plakate besser in ein Grafikprogramm übertragen

Unabhängig vom Programm öffnen Sie nach dem Export das PDF und prüfen es in 200–400 % Vergrößerung. Suchen Sie nach verschobenen Buchstaben, fehlenden Schriften (ersetzt durch Arial oder Courier), Treppen in Schatten und weißen Linien an den Kanten. Fünf Minuten Kontrolle sparen einen Tag Korrekturen.

Checkliste vor dem Versand der Datei

  1. Das Endformat entspricht der Bestellung (bei Großformaten: Maßstab im Dateinamen, z. B. 1:10).
  2. Beschnitt auf allen Seiten angelegt, Hintergrund und Fotos laufen in den Beschnitt.
  3. Wichtige Inhalte liegen im Sicherheitsbereich, fern von Schnittlinie und Ösenzone.
  4. Farben in CMYK, schwarzer Text in 100 % K, große schwarze Flächen in Tiefschwarz, keine Passermarkenfarbe.
  5. Schriften eingebettet oder in Pfade umgewandelt.
  6. Bilder in passender Auflösung, ohne Komprimierung „fürs Internet“.
  7. Keine Arbeitsebenen, Kommentare, versteckten Objekte oder Hilfslinien im PDF.
  8. Ein Entwurf = eine Datei; bei mehreren Versionen (z. B. verschiedene Formate) eindeutige Dateinamen.
  9. Stanzkontur, partieller Lack oder weißer Unterdruck auf eigener Ebene oder als Sonderfarbe mit dem vereinbarten Namen.
  10. Datei nach dem Export geprüft, nicht nur im Quellprogramm.

Jede Datei, die bei uns ankommt, durchläuft eine technische Prüfung (Preflight) – sie ist im Auftragspreis enthalten. Wir finden fehlenden Beschnitt, RGB, zu geringe Auflösung oder nicht eingebettete Schriften und melden uns, bevor etwas in den Druck geht. Soll jemand anderes die Datei von Grund auf anlegen, übernimmt das unser DTP-Studio; die Adaption eines fertigen Entwurfs auf ein anderes Format kostet ca. 13 € netto pro Stück, den endgültigen Preis bestätigen wir nach Sichtung der Unterlagen.

Sie haben ein konkretes Projekt?Beschreiben Sie in wenigen Sätzen, was Sie brauchen — Sie erhalten Preis und Liefertermin. Büro Mo.–Fr. 8–16 Uhr (MEZ).
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Fragen und Antworten

Was uns außerdem oft gefragt wird

Kann ich statt PDF eine JPG- oder PNG-Datei schicken?

Bei einem einfachen Druck eines Fotos oder Plakats – ja, wenn die Auflösung ausreicht und die Datei Beschnitt hat. Bei Entwürfen mit Text ist PDF klar besser, weil der Text vektoriell und scharf bleibt. Ein JPG mit Text verliert an den Buchstabenkanten immer etwas Schärfe.

Wird eine RGB-Datei gedruckt?

Sie wird in CMYK umgewandelt, aber ein Teil der leuchtenden Farben (Neongrün, intensives Blau) verliert Sättigung. Besser selbst umwandeln und das Ergebnis am Bildschirm ansehen oder einen Proof bestellen. Bei der Dateiprüfung weisen wir immer darauf hin, wenn ein Entwurf in RGB vorliegt.

Wie schicke ich eine große Datei für den Großformatdruck?

Dateien bis zu einigen Dutzend MB gehen per E-Mail, größere über einen Filetransfer-Dienst. Bei großen Formaten legen Sie den Entwurf im Maßstab an (z. B. 1:10) mit entsprechend höherer Bildauflösung – die Datei ist dann kleiner und schneller zu verarbeiten.

Gehört die Stanzkontur im PDF auf dieselbe Seite wie die Grafik?

Die Kontur sollte auf einer eigenen Ebene oder in einer eigenen Sonderfarbe liegen (z. B. mit dem Namen CutContour), auf Überdrucken gestellt. So wird sie nicht auf das Produkt gedruckt, und Plotter oder Fräse lesen sie als Schneidpfad.

Was tun, wenn das Programm keine PDF/X-Option hat?

Speichern Sie das PDF mit maximaler Qualität mit Beschnitt und eingebetteten Schriften. Bei der Dateiprüfung kontrollieren wir den Rest und melden uns vor dem Druck, falls etwas korrigiert werden muss.

WIELKA REKLAMA · SEIT 1991 · FÜR KUNDEN IN GANZ EUROPA

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