
Woher das Modell kommt: Zeichnung, Fotos, 3D-Scan, altes Teil
Ein 3D-Modell entsteht immer aus irgendeiner Information über die Form. Je besser diese Information, desto schneller und günstiger geht die Arbeit.
- Technische Zeichnung mit Maßen – der beste Ausgangspunkt. Selbst eine Handskizze mit Maßangaben in Millimetern reicht für einfache Teile.
- Altes oder beschädigtes Teil – Sie schicken oder bringen es, wir messen mit dem Messschieber und bauen es nach. Auch ein gebrochenes Teil lässt sich vermessen, wenn alle Stücke da sind.
- Fotos – reichen für dekorative Elemente und einfache Körper, wenn auf dem Foto etwas zum Größenvergleich ist (Lineal, A4-Blatt). Für Teile, die irgendwo passen müssen, sind Fotos allein zu wenig.
- [3D-Scan](/produkty/skanowanie-3d) – bei organischen Formen (Skulptur, Figur, Karosserieteil, Teil mit unregelmäßigen Flächen) hat Messen von Hand keinen Sinn. Wir haben einen professionellen 3D-Scanner; der Rohscan muss danach bereinigt und oft zu einem Modell umgebaut werden, das sich drucken oder fräsen lässt. Mehr dazu im Ratgeber 3D-Scan – wofür er sich eignet.
- Idee ohne Zeichnung – geht auch, dann kommt aber eine Entwurfsphase dazu: Skizze, Vorschlag, Korrekturen. Das dauert länger.
Wie ein Modellierungsauftrag Schritt für Schritt abläuft
- Beschreibung und Unterlagen. Sie schicken Zeichnung, Fotos oder das Teil, dazu die Information, wofür das Element dient, womit es verbunden wird und aus welchem Material es gefertigt werden soll.
- Angebot. Wir schätzen die Modellierstunden und gleich die Fertigungskosten (3D-Druck, Fräsen). Bei einfachen Teilen erhalten Sie einen Festbetrag, bei Projekten mit Unbekannten eine Spanne.
- Modell und Vorschau. Wir schicken Renderings oder eine Modellvorschau zur Freigabe. In dieser Phase klären sich die meisten Missverständnisse („die Bohrung sollte auf der anderen Seite sein“).
- Prototyp. Bei Passteilen empfehlen wir einen ersten Testdruck. Sie prüfen vor Ort, wir korrigieren die Maße, erst dann folgt das Endteil oder die Serie.
- Fertigung und Dateien. Wir drucken, fräsen oder übergeben nur die Datei – wie vereinbart.
Der häufigste Fehler bei der Bestellung? Fehlende Angaben zu Toleranzen. Soll etwas mit Presspassung sitzen, zu einem Lager oder einer vorhandenen Bohrung passen, muss das von Anfang an gesagt werden. Ein 3D-Druck hat eigene Toleranzen, und das Modell muss darauf ausgelegt werden.

Dateiformate: STL, STEP, OBJ
| Format | Was es enthält | Wofür |
|---|---|---|
| STL | Dreiecksnetz, nur die Form | 3D-Druck – Standard |
| 3MF | Netz + Farben, Einstellungen, mehrere Objekte | 3D-Druck, neuere Software |
| OBJ | Netz + Texturen | Visualisierungen, Farbdruck, Scans |
| STEP | Volumenmodell (exakte Flächen) | Weiterbearbeitung im CAD, CNC-Fräsen, Produktion |
| DXF / SVG | 2D-Konturen | Laserschneiden, flaches Fräsen |
Wenn Sie die Produktion irgendwann in einen anderen Betrieb verlagern oder ein Spritzgusswerkzeug bauen lassen möchten, verlangen Sie eine STEP-Datei. STL reicht für den Druck, lässt sich später aber schwer korrigieren – wie der Unterschied zwischen einem PDF und einem bearbeitbaren Dokument. Zum Druck aus einer fertigen Datei schreiben wir im Ratgeber 3D-Druck aus einer STL-Datei.
Wovon der Preis der Modellierung abhängt
Modellierung rechnen wir nach Arbeitszeit ab – ca. 45 € netto pro Stunde. Die Stundenzahl beeinflussen:
- Komplexität der Form – ein Quader mit Bohrungen ist schnell gemacht, weiche Übergänge, Rundungen und Freiformflächen bedeuten viel mehr Arbeit,
- Qualität der Ausgangsdaten – vollständige Maßzeichnung vs. ein paar Handyfotos,
- geforderte Genauigkeit – Deko-Element vs. Teil, das auf Zehntelmillimeter passen muss,
- Anzahl der Korrekturen – Konzeptänderungen unterwegs verlängern die Arbeit,
- Scanaufbereitung – das Bereinigen und Umbauen eines Scans zu einem Volumenmodell kann aufwendig sein.
Als Orientierung: Ein einfaches technisches Teil nach Zeichnung braucht 1–2 Stunden, ein Element mit mehreren Passungen 3–5 Stunden, eine skulpturale Form oder eine Rekonstruktion aus unvollständigen Daten kalkulieren wir nach Sichtung der Unterlagen.
Zum Modell kommt die Fertigung. Der 3D-Druck auf einem Standarddrucker kostet ca. 14 € netto pro Maschinenstunde plus Material sowie einmalig ca. 14 € netto für Vorbereitung und Druckstart – Details im Ratgeber was kostet 3D-Druck. Der Mindestauftragswert liegt bei ca. 24 € netto.
Modell für 3D-Druck und Modell für CNC-Fräsen
Dieselbe Form lässt sich auf zwei Wegen fertigen, und das Modell muss auf das jeweilige Verfahren ausgelegt sein.
Für den 3D-Druck achten wir auf Mindestwandstärken, vermeiden große Überhänge ohne Stützen, teilen große Objekte in Teile zum Verkleben und konstruieren Passungen mit Spiel. Der 3D-Druck kommt gut mit komplexen Innenformen, Kanälen und Durchbrüchen zurecht.
Für das [CNC-Fräsen](/produkty/frezowanie-cnc) muss die Form mit dem Werkzeug erreichbar sein – der Fräser ist rund, Innenecken haben also immer einen Radius. Dafür ergibt das Fräsen eine bessere Oberfläche und erlaubt die Arbeit mit Platten: Acrylglas, PVC, Dibond, Sperrholz, MDF. Für flache Frästeile reicht oft eine 2D-Zeichnung (DXF), ohne vollständiges 3D-Modell.
Bei Prototypen kombinieren wir meist beides: Gehäuse aus dem 3D-Drucker, gefräste Platten, manchmal UV-Druck. Siehe auch Prototypen und Modelle.
Rechte am Modell und Korrekturen
Einige Punkte, die man vor Arbeitsbeginn klären sollte:
- Wem die Datei gehört. Standardmäßig übergeben wir dem Kunden das Modell, für das er bezahlt hat. Brauchen Sie eine schriftliche Übertragung der Nutzungsrechte (z. B. für Serienfertigung oder Designanmeldung), sagen Sie das bei der Bestellung – wir halten es in Auftrag oder Vertrag fest.
- Nachbau fremder Produkte. Ein defektes Teil für das eigene Gerät nachzubauen ist etwas anderes, als ein geschütztes Design für den Verkauf zu kopieren. Für das Recht zur Kopie ist der Auftraggeber verantwortlich; im Zweifel lohnt die Frage an einen Juristen.
- Korrekturen. Kleine Maßkorrekturen nach dem Prototyp gehören zur normalen Arbeit. Eine Konzeptänderung mittendrin ist ein neuer Umfang und ein neues Angebot.
- Vertraulichkeit. Bei neuen Produkten unterschreiben wir auf Wunsch des Kunden eine Geheimhaltungsvereinbarung.
