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Leit- und Orientierungssystem (Wayfinding) – wie man ein Gebäude beschildert

Foyer eines Bürogebäudes mit einheitlichem Beschilderungssystem: Wegweiser mit Pfeilen, Etagenkennzeichnung und Türschilder
Foyerbeschilderung in einem Stil · Visualisierung

Was ein Leitsystem umfasst: vom Pylon an der Einfahrt bis zum Türschild

Ein gutes Beschilderungssystem beantwortet der Reihe nach die Fragen, die sich jemand stellt, der zum ersten Mal ein Gebäude anfährt: Bin ich hier richtig, wo parke ich, welcher Eingang, welche Etage, in welche Richtung abbiegen und ist das die richtige Tür. Jede dieser Fragen hat ihren Träger.

  • Gelände: Pylon oder Stele an der Einfahrt, Parkplatzkennzeichnung, Wegweiser auf dem Gelände, Hausnummer.
  • Eingang: Firmenschild, Kennzeichnung der Eingänge (Haupteingang, Anlieferung, barrierefrei), Öffnungszeiten.
  • Foyer: Tafel mit Lageplan oder Mieterverzeichnis, Kennzeichnung des Empfangs, Hauptwegweiser.
  • Vertikale Erschließung: Kennzeichnung von Treppenhäusern und Aufzügen, Etagennummer sichtbar beim Verlassen des Aufzugs und im Treppenhaus.
  • Flure: Wegweiser, Kennzeichnung von Bereichen und Gebäudeflügeln.
  • Räume: Türschilder mit Nummer und Funktion, Kennzeichnung von WCs und Technikräumen.

Flucht- und Brandschutzkennzeichnung ist ein eigenes, gesetzlich geregeltes Thema – im Leitsystem muss sie berücksichtigt werden, damit sie sich nicht doppelt oder in der übrigen Beschilderung untergeht, ihren Umfang legt aber ein Sachverständiger oder der Gebäudebetreiber fest.

Informationshierarchie: Wegweiser, Pläne, Piktogramme

Das häufigste Problem in Gebäuden, die wir nach Jahren der Nutzung beschildern, ist ein Zuviel. A4-Zettel an Türen, drei verschiedene Schilderstile, Wegweiser mit Namen von Abteilungen, die längst umgezogen sind. Wer einen Weg sucht, liest nur wenige Wörter auf einmal.

Deshalb ordnen wir die Information in Ebenen:

  1. Bereiche und Hauptrichtungen – groß, wenige, von Weitem sichtbar (z. B. „Gebäude B“, „Ambulanz“, „Standesamt“).
  2. Detailrichtungen – an Flurabzweigungen, mit Raumnummern („Räume 101–120 →“).
  3. Kennzeichnung des Orts – Türschild, Etagennummer.

Auf jedem Wegweiser höchstens einige Einträge. Raumnummern sind besser als Namen – die Nummer bleibt, Mitarbeiter wechseln. Piktogramme (WC, Aufzug, Treppe, Information, Parken) in der standardisierten, allgemein bekannten Form verwenden, ohne künstlerische Interpretationen. Sie helfen auch Menschen aus dem Ausland und Personen, die schlecht lesen.

In Anlagen mit mehreren Gebäuden oder Flügeln funktioniert eine Farbcodierung sehr gut – jeder Bereich hat seine Farbe, die sich auf Pylonen, Wegweisern und Schildern wiederholt.

Flur eines öffentlichen Gebäudes mit abgehängten Wegweisern mit Pfeilen und farbigen Leitlinien
Wegweiser und Leitlinien im Flur · Visualisierung

Lesbarkeit: Schriftgröße, Kontrast, Montagehöhe

Richtwerte zur Lesbarkeit, die wir bei Leitsystemen anwenden
ParameterFaustregelHinweise
Schriftgrößeca. 2,5 cm Versalhöhe je 3 m Leseabstandein Pylon, der aus dem Auto gelesen wird, braucht größere Buchstaben als ein Schild im Flur
Schriftarteinfache serifenlose Schrift, ohne Kursiv und ohne Versalien bei langen Namenkurze Wörter in Versalien sind in Ordnung, lange Namen in Kleinbuchstaben
Kontrastdeutlicher Helligkeitsunterschied zwischen Grund und Schrift (dunkel auf hell oder umgekehrt)die Firmenfarbe muss oft aufgehellt oder abgedunkelt werden; Rot auf Grün vermeiden
Oberflächematt oder seidenmatteine glänzende Front spiegelt Lampen und Fenster
Türschildin Augenhöhe, meist neben der Tür auf der Klinkenseitean Türen, die in den Flur öffnen, verschwindet das Schild aus dem Blick
Abgehängte SchilderUnterkante hoch über dem Durchgangdie Mindesthöhe in den Vorschriften und beim Gebäudebetreiber prüfen

Anforderungen an die Barrierefreiheit (taktile Beschriftung, Braille, Kontrast für Sehbehinderte) hängen von Gebäudeart, nationalen Vorschriften und Förderbedingungen ab – in öffentlichen Gebäuden sind sie oft Pflicht. Wir liefern die technischen Lösungen, den Umfang der Anforderungen sollte man aber anhand der Barrierefreiheitsvorgaben bestätigen, mit denen Bauherr oder Betreiber arbeiten.

Materialien und Wechselsysteme

Die Materialwahl hängt vom Ort ab und davon, wie oft sich Inhalte ändern.

  • Dibond (Verbundplatte) – Standard außen und für Wegweiser innen. Steif, witterungsbeständig, mit UV-Druck. Ca. 35–55 € netto pro m². Den Vergleich mit PVC beschreiben wir im Beitrag Außenschilder aus Dibond oder PVC.
  • Acrylglas – Schilder auf Abstandhaltern, elegante Beschilderung von Büros und Empfangsbereichen. Ca. 43–60 € netto pro m², Edelstahl-Abstandhalter mit Montage ca. 2,35 € netto pro Stück.
  • PVC-Hartschaum – günstiger, für innen und für provisorische Kennzeichnung, ca. 21–33 € netto pro m².
  • Folie auf Glas – Nummern und Namen auf Glastüren und -wänden, Markierungsstreifen auf Glasflächen.
  • Wechselsysteme – Schilder mit Einschubstreifen oder Tasche, Aluprofile mit austauschbaren Einlagen. Den Wechsel eines Namens oder einer Abteilungsbezeichnung erledigt dann die Gebäudeverwaltung, ohne Montageteam.

In Gebäuden mit Mieterwechsel (Bürogebäude, Ärztehäuser, Behörden mit Umstrukturierungen) lohnen sich Wechselsysteme immer. Ein festes Schild mit aufgedrucktem Firmennamen ist anfangs günstiger, aber jede Änderung bedeutet ein neues Schild. Mehr zur Beschilderung in Büros im Angebot Beschilderung für Büros und Hotels. Die Preise sind Richtwerte – das endgültige Angebot bestätigen wir nach Entwurf und Trägerliste.

LieferzeitenWie lange es dauert
  • 24 h
    Expressdruck (UV-Tinten müssen nicht trocknen)
  • ca. 3 Tage
    Standardlieferzeit
  • bis 14 Tage
    große Projekte mit Montage

Zzgl. Versand. Nennen Sie uns Ihren Termin — wir planen die Produktion danach.

Bestandsaufnahme des Gebäudes und Platzierungsplanung

Die teuersten Fehler im Leitsystem entstehen in der Planung: ein Wegweiser, den der geöffnete Türflügel verdeckt, ein Schild an einer Wand, die es nicht gibt (weil dort verglast ist), eine Raumnummerierung, die nicht zum Grundriss passt. Deshalb arbeiten wir so:

  1. Bestandsaufnahme vor Ort – Begehung des Wegs, den Besucher gehen, Aufmaß der Montageorte, Fotos, Erfassung vorhandener Schilder. Bei uns ab ca. 85 € netto, bei Produktionsauftrag verrechnet.
  2. Trägerliste – eine Tabelle mit jedem Schild: Ort, Typ, Maß, Inhalt, Montageart.
  3. Grafikentwurf – Muster für jeden Trägertyp, Piktogramme, Bereichsfarben. Die Studioarbeit kostet ca. 35 € netto pro Stunde; der Umfang hängt von der Größe des Objekts ab.
  4. Platzierungsplan – Geschossgrundrisse mit eingezeichneter Beschilderung.
  5. Freigabe und Muster – bei größeren Aufträgen fertigen wir einzelne Stücke zur Anprobe vor Ort.
  6. Produktion und Montage – bei uns eigene Fertigung und eigene Montageteams.

So sieht unser Leistungsangebot Leit- und Orientierungssysteme aus. Liegen bereits Grundrisse als PDF oder DWG vor, beschleunigt das die Planung.

Umsetzung in Etappen und Aktualisierungen

Nicht jedes Gebäude muss auf einmal komplett beschildert werden. In großen Objekten (Kliniken, Campus, Verwaltungen) teilen wir die Umsetzung oft in Etappen: zuerst Außengelände und Haupteingänge, dann Foyer und Hauptwege, zuletzt die Raumschilder. Bedingung: Die Planung für das Ganze entsteht am Anfang, damit spätere Etappen wie ein System aussehen und nicht wie drei verschiedene Bestellungen.

Nach der Umsetzung hilft ein einfaches Dokument – ein Beschilderungshandbuch mit Trägermustern, Schrift, Farben und Schilderliste. So passt jedes neue Schild auch in einem oder fünf Jahren zum Rest. Wie man ein solches Dokument erstellt, beschreiben wir im Beitrag Beschilderungshandbuch für Filialen.

Beispiele für Beschilderung in konkreten Objekttypen finden Sie auf den Seiten für Krankenhäuser und Gemeindeverwaltungen.

Sie haben ein konkretes Projekt?Beschreiben Sie in wenigen Sätzen, was Sie brauchen — Sie erhalten Preis und Liefertermin. Büro Mo.–Fr. 8–16 Uhr (MEZ).
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Fragen und Antworten

Was uns außerdem oft gefragt wird

Was kostet ein Leitsystem für ein ganzes Gebäude?

Das hängt von der Anzahl der Träger, den Materialien und dem Planungsumfang ab – ein kleines Bürogebäude hat einige Dutzend Schilder, eine Klinik sogar mehrere Hundert Elemente. Deshalb beginnen wir mit Bestandsaufnahme und Trägerliste und nennen erst dann ein Angebot. Die oben genannten Materialpreise sind Richtwerte und werden nach Kontaktaufnahme bestätigt.

Können wir vorhandene Schilder weiterverwenden?

Oft ja, vor allem wenn sie zu einem Wechselsystem gehören. Bei der Bestandsaufnahme beurteilen wir, was bleiben kann, was nur eine neue Einlage braucht und was ersetzt werden muss, damit das Ganze einheitlich wirkt.

Muss ein Leitsystem in den Firmenfarben sein?

Markenfarben dürfen vorkommen, aber Lesbarkeit geht vor. Oft bleibt die Firmenfarbe als Akzent (Streifen, Logo auf dem Pylon), die eigentliche Information steht in einer kontrastreichen Kombination, z. B. weiße Schrift auf Graphitgrund.

Fertigen Sie Beschilderung in Fremdsprachen?

Ja, Schilder können zwei oder mehr Sprachversionen haben. Bei vielen Sprachen sollte das System auf Nummern und Piktogrammen aufbauen und der Text auf ein Minimum reduziert werden, damit die Träger lesbar bleiben.

Wie lange dauert die Umsetzung eines Leitsystems?

Bestandsaufnahme und Planung dauern meist einige Tage bis einige Wochen, je nach Objektgröße und Anzahl der Abstimmungen. Die Produktion der Schilder dauert standardmäßig einige Arbeitstage, größere Aufträge bis ca. 14 Tage, die Montage planen wir passend zu den Betriebszeiten des Objekts.

WIELKA REKLAMA · SEIT 1991 · FÜR KUNDEN IN GANZ EUROPA

Wir übernehmen das — von der Druckdatei bis zur Montage.

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